Für ein paar Minuten verschwindet heute die Sonne hinter dem Mond. Ein Schauspiel, das vor Jahrtausenden Menschen in Ehrfurcht erstarren ließ. Aber verschlägt es uns heute überhaupt noch die Sprache? Den Schlangen für Schutzbrillen nach zu urteilen: Ja. Aber wie steht es mit Ihnen?
Sonnenfinsternisse sind nur eine von vielen Gelegenheiten, bei denen der Himmel zur Bühne wird. Meteorschauer wie die Perseiden ziehen im August Nacht für Nacht Lichtspuren über den Himmel, Mondfinsternisse tauchen den Vollmond in tiefes Rot, und auch Polarlichter sind dank starker Sonnenaktivität zuletzt weiter südlich sichtbar geworden als sonst üblich. Wer genau hinschaut, findet das ganze Jahr über Anlässe, den Kopf in den Nacken zu legen.
Faszination Sonne
Die Gestirne am Firmament faszinieren die Menschen schon seit jeher. Momente, in denen sich Sonne, Mond und Erde auf besondere Weise begegnen, haben schon vor Jahrtausenden Ehrfurcht ausgelöst. Lange bevor es moderne astrologische Instrumente gab, richteten Menschen ganze Bauwerke nach dem Lauf von Sonne und Mond aus. In Newgrange in Irland dringt zur Wintersonnenwende für wenige Minuten ein schmaler Lichtstrahl durch einen exakt platzierten Öffnungsschacht bis in die Grabkammer. Die Maya-Pyramide von Chichén Itzá zeigt beim Äquinoktium eine Schlange aus Licht und Schatten, die sich die Treppenstufen hinabschlängelt, und auch in Karnak in Ägypten fällt die Sonne zur Sonnenwende exakt durch die Achse des Tempels.
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