Deutliche Einbußen

Rekordhitze setzt auch dem Champagner jetzt zu

Ausland
12.08.2026 17:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die enorme Hitze macht der Landwirtschaft in ganz Europa zu schaffen – und da ist auch die Champagne in Frankreich keine Ausnahme. Die Ernte der Trauben für den berühmten Schaumwein hat heuer so früh begonnen wie noch nie.

Grund dafür sei die seit Anfang des Jahres verzeichnete Rekordhitze, die den Reifeprozess der Rebsorten beschleunigt habe, sagte David Chatillon, Vize-Vorsitzender des Verbands der Champagner-Winzer. Die Organisation veröffentlichte am Mittwoch die Startdaten der Lese in verschiedenen Kommunen des Anbaugebietes, in einzelnen Gebieten hatte die Ernte aber bereits in der vergangenen Woche begonnen.

Erntezeit immer früher
Seit den 1980er-Jahren rücken die Erntezeiten im Kalender immer weiter nach vorne – ein deutliches Anzeichen für die globale Erwärmung. Im Durchschnitt beginnt die Lese heutzutage etwa zwei Wochen früher als vor zwanzig Jahren.

Qualitativ sieht es heuer gut aus, allerdings bei einer verhältnismäßig geringen erwarteten Erntemenge. Im Frühjahr waren fast 40 Prozent der Knospen in den Weinbergen der Champagne einer Frostperiode zum Opfer gefallen. Auch die Trockenheit spielt eine Rolle: „Durch den Wassermangel sind die Trauben nicht so prall wie üblich, sie wiegen weniger“, sagt Chatillon.

Bis zu 15 Prozent Most zukaufbar
Das französische Landwirtschaftsministerium hat deshalb in einem Sondererlass festgelegt, dass Champagnerproduzenten in diesem Jahr bis zu 15 Prozent Most zukaufen dürfen. Im Normalfall liegt die Quote bei fünf Prozent.

Champagner versus Hauersekt oder Spumante
Champagner kommt nur aus einem eingegrenzten nordostfranzösischem Gebiet, er ist aus Trauben aus dem Weinbaugebiet Champagne. Handlese ist obligatorisch, dazu kommen weitere Vorschriften. Er gilt weithin als festlichstes Getränk der Welt. Anderswo durch Flaschengärung, die für Champagner auch eine Grundvoraussetzung ist, hergestellte Schaumweine dürfen nicht Champagner genannt werden.

In Österreich lautet die Bezeichnung beispielsweise Hauersekt, in Italien Spumante Metodo Classico. Um den Namen Hauersekt zu tragen, muss der Grundwein aus einem einzigen Winzerbetrieb stammen und dort oder in Erzeugergemeinschaft vollendet werden.

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