Ungarns Regierung plant, den Wasserstand der Donau anzuheben, um die Kühlung des Atomkraftwerks Paks zu sichern. Das kündigte Ministerpräsident Péter Magyar am Mittwoch an. Wegen der anhaltenden Hitzewelle und Dürre ist der Wasserstand des Flusses auf historische Tiefstwerte gefallen.
Das Kraftwerk Paks ist derzeit nur zu rund 25 Prozent ausgelastet. Von acht Turbinen sind zwei in Betrieb. „Das anhaltende Niedrigwasser der Donau belastet den ungarischen Haushalt und die Wirtschaft enorm“, sagte Magyar. Daher sei eine sofortige Lösung nötig. Die ungarische Regierung plant nun den Bau einer sogenannten Sohlschwelle, um Wasser aufzustauen. Eine Sohlschwelle, auch Sohlabsturz genannt, ist ein quer zur Strömungsausrichtung eines Flusses verlaufendes Regelbauwerk, das dessen Tiefenerosion reduziert. Übliche Bauformen sind zum Beispiel Steinaufschüttungen und Betonschwellen.
In Ungarn werden für das Bauwerk rund 150.000 Kubikmeter Gestein benötigt. Die Kosten belaufen sich laut dem Regierungschef auf rund sechs Milliarden Forint (umgerechnet rund 16 Millionen Euro). Die Sohlschwelle soll den Wasserstand um bis zu einen Meter anheben und innerhalb weniger Wochen den vollen Betrieb des Kraftwerks wiederherstellen. Als kurzfristige Maßnahme wird derzeit auch erwogen, zwei 80 Meter lange Lastkähne zu versenken.
AKW in Rumänien wird abgeschaltet
Die Dürre beeinträchtigt die Schifffahrt und Energieerzeugung in mehreren europäischen Ländern. Im benachbarten Rumänien droht am Donnerstag die Abschaltung des letzten Atomreaktors, der sich noch am Netz befindet. Neue Donau-Ausbaggerungen hätten nichts mehr geändert, sagte der stellvertretende Generaldirektor der rumänischen Wasserbehörde, Sorin Rândažu. „Angesichts der prognostizierten Wasserstände und Abflüsse sehe ich derzeit keine Möglichkeit, noch etwas zu tun.“
In Österreich produzieren die Wasserkraftwerke weniger Strom, allerdings können die Speicher mithilfe von überschüssigem Strom aus Photovoltaik und Wind gefüllt werden.
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