Eine Erhebung der Wiener Arbeiterkammer in 30 Gastronomiebetrieben zeigt: Nur drei Lokale in der Bundeshauptstadt servieren Leitungswasser gratis. Der Rest verrechnet dafür bis zu 3,60 Euro pro halbem Liter. Die Konsumentenschützer fordern, dass Wasser bei Bestellungen künftig kostenlos bleiben muss.
Wer in Wien speist oder ein Achterl bestellt, muss oft draufzahlen – auch fürs simple Glas Wasser. Das zeigt eine aktuelle Stichprobe der Arbeiterkammer (AK) in 30 Restaurants und Kaffeehäusern der Bundeshauptstadt. Ergebnis: Nur drei Betriebe schenken Leitungswasser wirklich gratis aus. In den restlichen 23 wird kassiert – selbst dann, wenn Gäste ohnehin etwas essen oder trinken.
Teils große Preisspannen
Die Preise variieren stark. Für einen halben Liter Leitungswasser verlangen die geprüften Häuser zwischen 0,80 und happigen 3,60 Euro. Bei einem Viertelliter reicht die Spanne von 0,40 bis 1,80 Euro. Wer sich stattdessen für eine mit Wasser aufgespritzte Limonade entscheidet, zahlt in 24 von 30 Lokalen einen Aufpreis – zwischen 30 Cent und satten zwei Euro.
Kurios sind die Mischformen: Vier Betriebe schenken ein Glas Wasser zwar gratis aus, verlangen aber Geld, sobald daraus ein aufgespritzter Apfel- oder Orangensaft wird. Drei andere Häuser handhaben es genau umgekehrt: Das Glas Wasser kostet, das Aufspritzen der Limonade ist dafür gratis.
Wasserpreise stiegen stärker als Inflation
Verglichen mit der letzten AK-Erhebung aus dem Jahr 2014 hat sich einiges getan. Damals kostete ein halber Liter Leitungswasser im Schnitt 1,39 Euro, heuer sind es 2,05 Euro. Das ist ein Plus von 47,5 Prozent. Die allgemeine Inflation legte im selben Zeitraum nur um 44 Prozent zu. Leitungswasser verteuerte sich also stärker als der Rest des Lebens.
Rechtlich alles gedeckt
Rechtlich ist das Kassieren nicht verboten. Steht der Preis auf der Speisekarte, darf ein Lokal für Leitungswasser Geld verlangen. Genau das kritisiert die AK. „Leitungswasser soll gratis bleiben, wenn im Lokal gegessen wird oder andere Getränke bestellt werden“, fordert Gabriele Zgubic, Leiterin der AK Abteilung Konsumentenpolitik.
Und weiter: „Bei Kosten von nur 2,27 Euro für 1000 Liter Wasser aus der Leitung sollte zumindest ein angemessener Preis verlangt werden.“
Für Wien bedeutet das AK-Ergebnis: Beim nächsten Lokalbesuch lohnt sich ein Blick auf die Speisekarte – bevor das Service kommt.
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