Nur einen Tag nach der Wahl der 13 Direktoren im ORF der nächste Paukenschlag: Die Staatsanwaltschaft Wien informierte die Beteiligten darüber, dass sie in Bezug auf die Anzeige von Roland Weißmann gegen Alexander Wrabetz und Pius Strobl kein Ermittlungsverfahren einleiten wird.
Am Ende des Großkampftages am Küniglberg verkündete Generaldirektorin Ingrid Thurnher vor versammelter Presse am Dienstag, dass sich der ORF am Ermittlungsverfahren gegen Pius Strobl und Alexander Wrabetz anschließt. Am Mittwoch steht fest: Ein solches Ermittlungsverfahren gibt es gar nicht.
Denn, wie die Staatsanwaltschaft Wien den Beteiligten am Mittwoch mitteilte, sieht sie nach der Anzeige durch Roland Weißmann und umfangreicher prüfung von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen die beiden ORF-Granden ab. „Die StA hat von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abgesehen, weil die Führung eines solchen Ermittlungsverfahrens aus rechtlichen Gründen unzulässig wäre“, heißt es in der Verständigung, die der „Krone“ vorliegt.
Untreue bei Pensionszusagen?
Die Vorwürfe, die Weißmann via seinem Anwalt Norbert Wess aufgeworfen hatte, betrafen die Pensionszusagen von Wrabetz an Strobl, im Raum stand Untreue. Die Pensionszusagen für Strobl seien intern „verschleiert“ worden und nicht im Interesse des ORF getätigt worden. So soll Wrabetz am 31. Dezember 2021, also in den letzten Stunden seiner Amtszeit, seinem Nachfolger Weißmann erstmals Pensionszusagen des ORF gegenüber Pius Strobl erwähnt haben.
Wörtlich hieß es, dass der scheidende General Wrabetz die schriftlichen Vereinbarungen „erst eine Woche nach seinem Ausscheiden überhaupt“ dem ORF zur Verfügung gestellt habe. Die erste Vereinbarung stammt aus 2010. Die Ansprüche würden insgesamt mehr als eine Million Euro betragen, auszuzahlen in monatlichen Pensionsraten.
Thurnher mit Erklärungsbedarf
Jetzt steht fest: Die Vorwürfe reichen für strafrechtliche Ermittlungen nicht aus. Ingrid Thurnher hat nach ihrem Statement nun Erklärungsbedarf, welchen Ermittlungen gegen Wrabetz und Strobl sich der ORF genau angeschlossen hat ...
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