„Falle drauf rein“

Andy Borg kritisiert KI-Einsatz im Schlager scharf

Adabei Österreich
12.08.2026 10:35
Porträt von krone.at
Von krone.at

Künstliche Intelligenz macht auch vor der Schlagermusik nicht Halt. Eine Tatsache, die Sänger Andy Borg mit Sorge beobachtet. Denn immer mehr Songs würden von Maschinen statt von Menschen produziert, erklärte er nun.

Andy Borg kann auf eine jahrzehntelange Karriere als Sänger und Moderator zurückblicken. Doch die neuesten Entwicklungen in der Schlagerbranche sieht der 65-Jährige kritisch, wie er im Gespräch mit der Schweizer Zeitung „Blick“ deutlich machte.

„Wie ein Rezept eingegeben“
Vor allem störe ihn, dass der menschliche Aspekt immer mehr in den Hintergrund gedrängt werde. So würde auch Schlagermusik immer mehr von der KI erstellt, nicht mehr von echten Menschen. Er sammle wie seine Kollegen „das ganze Jahr über Lieder“ und bekomme „Vorschläge für das nächste Album zugeschickt“, schilderte Borg.

Doch bei der Suche nach neuen Songs, mit denen er auf seinen künftigen Alben seine Fans unterhalten kann, kriege er immer öfter am Computer erstellte Demos vorgelegt. KI übernehme in diesen Fällen nicht nur den Gesang, sondern auch das gesamte Arrangement. Texte und Melodien würden in diesen Fällen „nicht komponiert, sondern wie ein Rezept eingegeben und vom Computer ausgespuckt“.

„Die Geister, die ich rief“
Für Borg besonders erschreckend: Trotz mehr als 40 Jahren im Geschäft erkenne er selbst oft nicht mehr den Unterschied zwischen Songs, die von echten Menschen geschrieben wurden, oder die die KI entworfen hatte. „Das Schlimme ist, und das ärgert mich am meisten: Ich falle manchmal selbst drauf rein“, schilderte Borg.

Er habe sich schon einige Male dabei ertappt, wie er mit einem Demo „zu meiner Frau ins Büro“ gehe und zu ihr sage: „Hör dir das mal an.“ Doch dann käme die Ernüchterung: „Wenn ich es dann ein zweites Mal anhöre, merke ich, es ist zu perfekt, es ist ein KI-Produkt.“

Eine Entwicklung, die Borg bedauert, denn für ihn ist Musik immer noch ein Handwerk: „Schrecklich und schade, schade, schade – wir können es nicht verhindern“, seufzte er. „Denn, wie heißt es so schön: Die Geister, die ich rief! Wir haben uns alles selber eingebrockt.“

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