Schädling am Vormarsch

Italien: Japankäfer fressen Weinberge kahl

Ausland
23.07.2026 12:49

Seit seinem ersten Auftauchen vor mehr als zehn Jahren hat sich der invasive Japankäfer in Italien – aber auch in anderen europäischen Ländern – ausgebreitet. Der äußerst gefräßige Schädling, der stark an den Maikäfer erinnert, bereitet derzeit italienischen Weinbauern große Sorgen. Denn im Aostatal fressen die Japankäfer die Rebstöcke kahl.

Heuer ist die Population des Insekts in Italien explosionsartig angestiegen. Das bedeutet noch mehr Hunger nach frischen Blättern, Blüten und Früchten. Viele betroffene Winzer finden nach dem Befall nur noch unreife Weintrauben an ihren Pflanzen. Die Verzweiflung ist groß, denn der Popillia japonica hat keine natürlichen Fressfeinde. Die Bekämpfung ist wegen der im Boden abgelegten Eier schwierig.

An diesen Merkmalen kann man den Japankäfer erkennen.
An diesen Merkmalen kann man den Japankäfer erkennen.(Bild: Land Tirol/Lanbach)

Einzig wirksam sind bisher Pheromonfallen, eine Langzeitlösung ist bisher nicht gefunden. Die Europäische Union führt den Japankäfer als „prioritären Quarantäneschädling“, daher ist ein Fund auch meldepflichtig. Im Vorjahr wurden erste Exemplare aus Österreich gemeldet. Ende Juli 2025 tauchte in einem Privatgarten in Hörbranz (Vorarlberg) ein Käfer mit metallisch-grün schillerndem Korpus auf, die Flügel schimmerten kupferfarben im Licht.

So eine massive Invasion der Japankäfer hat Italien noch nicht erlebt.
So eine massive Invasion der Japankäfer hat Italien noch nicht erlebt.(Bild: Screenshot kameraOne)

Zunächst vermutete man, dass es sich dabei um einen Mai-, Juni- oder um einen Kleinen Julikäfer handelt – auch ein Gartenlaubkäfer hätte es sein können. Doch die aufmerksame Gartenbesitzerin, die den Fund gemeldet hatte, war zu Recht misstrauisch. Im Zuge des amtlichen Überwachungsprogramms konnte im September des Vorjahres eine Einschleppung nach Tirol aufgedeckt werden.

Trockenheit hilft im Kampf gegen den Schädling
In den benachbarten Ländern Slowenien, Italien, Deutschland und der Schweiz hatte sich der Schädling zuvor schon festgesetzt. In Österreich ist es bisher nur zu diesen beiden Sichtungen gekommen. Vor Kurzem haben Schweizer Experten eine positive Bilanz zu den Bekämpfungsmaßnahmen in der Eidgenossenschaft gezogen. Die Ausbreitung des Japankäfers konnte erheblich gebremst werden. Dabei dürfte auch die große Trockenheit, die Europa derzeit im Griff hält und ebenfalls eine Plage für die Landwirtschaft ist, eine große Rolle gespielt haben. Denn die Larven benötigen ausreichend Feuchtigkeit, um sich zu entwickeln.

Experte: „Ganz ausrotten lässt er sich wohl nicht mehr“
Christoph Böbner vom Ebenrain-Zentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung, weiß aber, dass der Käfer gekommen ist, um zu bleiben. „Ganz ausrotten lässt sich der Japankäfer wohl nicht mehr. Ziel ist es nun, seine Ausbreitung möglichst zu bremsen und Zeit für neue Bekämpfungsmethoden zu gewinnen“, erklärte er vor wenigen Tagen in einem Bericht des Schweizer Rundfunks.

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