Marschieren und Singen

„Ferienlager“: Kreml schickt Kinder nach Nordkorea

Ausland
23.07.2026 13:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Sommerferien haben auch in Russland begonnen. Für viele Kinder heißt es jetzt: ab nach Nordkorea. Hunderte russische Schulkinder sind in ein umstrittenes „Feriencamp“ eingezogen.

Neben Booten, Wasserrutschen und Kletterwänden gibt es in dem Camp auch strengeres Programm: Medienberichten zufolge müssen die Kinder marschieren und Lieder singen, in denen sie verschiedene „Führer preisen“ sollen.

„Propaganda-Lieder ins Russische übersetzt“
Ein ehemaliger Schüler, der das umstrittene Camp in seiner Schullaufbahn mehrmals besucht hat, sprach in einem CNN-Interview über seine Erfahrungen. So mussten sie etwa „Propaganda-Songs“ über den ehemaligen nordkoreanischen Präsidenten Kim Il-sung, Kim Jong-il oder den obersten Führer Nordkoreas, Kim Jong-un singen. Er sagte: „Die Lieder waren auf Nordkoreanisch, aber sie wurden ins Russische übersetzt.“

Auch Kinder aus China im Lager
Im Camp Songwodon kommen normalerweise Kinder aus Ländern unter, die Nordkorea nahestehen. Zum ersten Mal seit der Corona-Pandemie sind dort heuer auch wieder Kinder aus China auf Besuch.

„Kinder werden indoktriniert“
Das Lager gilt als stark umstritten. 2025 kritisierten Menschenrechtsaktivisten, dass von Russland entführte, ukrainische Kinder in Songdowon indoktriniert und starker Propaganda ausgesetzt würden.

Nordkorea: Camp fördert „Zusammenarbeit“
Nordkorea bestritt die Vorwürfe der Indoktrination. Koreanische Medien berichteten zum Start des diesjährigen „Ferienlagers“ von einer „engeren Zusammenarbeit“ zwischen Nordkorea, China und Russland. 

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