Mehr Aufklärung

Kuh-Attacken: Unsere Almen sind kein Streichelzoo

Salzburg
21.07.2026 07:00

Kein Sommer ohne Kuh-Attacken auf den Almen: Das Miteinander von Wanderer und Tier bleibt schwierig. Heikel: Der Andrang in der Natur ist groß. Bauern setzen auf Aufklärung.

Kuhglocken-Geläut prägt das Almerlebnis. Kühe liegen stoisch am Wegesrand und kauen so dahin. Der Wanderer genießt. Doch diese Idylle kann schnell einmal getrübt sein. Die Kuh-Wanderer-Beziehung ist konfliktreich, besonders wenn Unverständnis aus Großstädten auf Natur prallt. Dann, wenn zu viele Menschen auf die Alm pilgern, Kinder die Tiere streicheln wollen, Paragleiter landen, Kühe ihre Kälber beschützen

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Es sind sehr viele Leute auf den Almen unterwegs. Das hat Konfliktpotenzial. Aber die Beteiligten sind sensibilisierter als früher.

Hubert Lohfeyer, Bezirksbauernkammer Pinzgau

Gerade erst schockierte ein tragischer Fall aus der Steiermark, bei dem ein Landwirt von seiner eigenen Kuhherde niedergetrampelt wurde. Und am Königssee im benachbarten Bayern wurde eine Wanderin von einer Kuh gerammt und durch die Luft geschleudert. Vermutet wird, dass ein Insekt den Wiederkäuer in Rage gebracht hatte. Kleine Reize können ausreichen, dass es mit der Idylle vorbei ist. Risiko Nummer eins: Hunde!

Wanderer und Kühe auf der Alm: Es kommt auch viele Male zu friedlichen Begegnungen.
Wanderer und Kühe auf der Alm: Es kommt auch viele Male zu friedlichen Begegnungen.(Bild: Andreas Tröster)

Wie kann das Dilemma gelöst werden? 
In guter Erinnerung ist eine Attacke im Juli 2014 in Tirol, als eine deutsche Wanderin starb. Hohe Schadenersatzforderungen von Hinterbliebenen beschäftigten danach sogar den Obersten Gerichtshof, der entschied: Es müssen nicht generell Zäune aufgebaut werden.

So sieht das auch Almberaterin Petra Fürstauer-Reiter: „Wir wollen keine Wanderer aussperren, aber es ist natürlich auch Vorsicht geboten.“ Zäune funktionieren alleine wegen des oft steilen Geländes oftmals nicht und würden auch das Almflair stören. Hubert Lohfeyer von der Bezirksbauernkammer Pinzgau stellt auf den Almen „mehr Verständnis von beiden Seiten“ fest. Die Landwirte setzen auf Information. Gerade wurde ein neuer Alm-Knigge herausgegeben. Wichtig: Kühe nie füttern oder streichen, sie nicht erschrecken, Hunde an die Leine, bei Konflikten ruhig bleiben!

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