Rubio zu Iran-Krieg:

„USA bleiben offen für eine diplomatische Lösung“

Außenpolitik
20.07.2026 11:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach einer weiteren Nacht mit gegenseitigen Angriffen zwischen den USA und dem Iran wächst die Sorge vor einem noch umfassenderen Krieg. „Wir haben sie (Iraner, Anm.) heute Nacht wieder sehr hart getroffen“, sagte US-Präsident Donald Trump. Er begründete die Attacken mit dem Tod mehrerer Streitkräfte. Sein Außenminister Marco Rubio betonte jedoch, dass die USA weiter offen für eine dipolmatische Lösung blieben.

Die iranische Führung hat laut eigener Aussage auch schon Vorschläge von Vermittlern für eine Wiederaufnahme der Gespräche erhalten. Außenamtssprecher Esmail Baghaei bestätigte eine entsprechende Frage. Obwohl sich Rubio offen für eine diplomatische Lösung zeigte, betonte er aber: „Solange der Iran darauf besteht, eine internationale Wasserstraße zu kontrollieren, werden wir darauf reagieren müssen.“ Derzeit würde der Kriegsgegner unvermindert die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormuz angreifen.

Laut der britischen Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) geriet dort wieder ein Schiff in Flammen. Die Ursache sei zunächst noch unklar, hieß es. Schiffen wurde empfohlen, die Region mit Vorsicht zu durchfahren. Die iranischen Revolutionsgarden meldeten, dass zwei Öltanker auf der Südroute durch die Meerenge gesprengt worden seien. Das US-Militär habe die Besatzungen aufgefordert, diese unsichere Passage zu nutzen. Solange die US-Aggression in der Region andauere, sei die Meerenge weder für den Transport von petrochemischen Produkten noch für „einen einzigen Tropfen Öl und Gas“ sicher. Die USA müssten sich auf eine „Strafaktion“ einstellen. Der Vorfall konnte zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

So könnte der Krieg ausgeweitet werden
Der Iran beansprucht die Kontrolle des Schiffsverkehrs in der Meerenge für sich und verlangt, dass Schiffe eine Route entlang seiner Küste nehmen und nicht die Route vor der Küste des Omans. „Wir kontrollieren die Meerenge; sie kontrollieren gar nichts. Mal sehen, was passiert“, widersprach Trump. Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf US-Beamte, Trump tendiere dazu, die Einsätze gegen den Iran auszuweiten.

Demnach gibt es verschiedene Möglichkeiten, etwa die Luftangriffe zu verstärken, Bodentruppen zur Besetzung iranischer Inseln nahe der Straße von Hormuz einzusetzen sowie die Bombardierung einer iranischen Atomeinrichtung, die als „Pickaxe Mountain“ bekannt ist. Der US-Präsident hatte kürzlich mit einem Angriff auf den Komplex gedroht, der in einem Berg im Zentrum des Irans liegt.

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