Grenzkontrollen neu

Container am Flughafen verhindern Wartezeiten

Tirol
21.07.2026 07:57

Warum errichtete der Flughafen Innsbruck mitten auf dem Vorfeld Container? Das fragten sich zuletzt nicht nur etliche Reisende. Die „Krone“ fragte nach und der Airport-Chef erklärte die Hintergründe.

Wer in Zukunft aus einem Drittstaat am Flughafen Innsbruck ankommt, könnte den ersten Stopp nicht mehr im Terminal, sondern in einem Container am Vorfeld machen. Grund: Mit dem neuen europäischen Entry/Exit-System (EES) werden Grenzkontrollen deutlich aufwendiger – dafür schafft der Flughafen zusätzliche Kapazitäten.

Das Kontrollpersonal stellt Innenministerium
„In den Containern entstehen Grenzkontrollstellen, die mit modernster Technik ausgestattet sind – etwa biometrische Gesichtserkenner und Fingerabdruckleser“, erklärt Flughafen-Direktor Marco Pernetta auf „Krone“-Anfrage den neuen Standard.

Das Kontrollpersonal stellt das Bundesministerium für Inneres (BMI), die technische Ausstattung wird ebenfalls vom Bund finanziert. Die Kosten für die bauliche Infrastruktur, Hilfspersonal und Transport der Fluggäste müssen die Flughäfen selbst tragen.

Flughafen-Direktor Marco Pernetta erklärt die Hintergründe, vor allem im Winter brauche es nun ...
Flughafen-Direktor Marco Pernetta erklärt die Hintergründe, vor allem im Winter brauche es nun mehr Kapazitäten für Kontrollen.(Bild: Christof Birbaumer)

Keine Kapazitäten im bestehenden Ankunftsbereich
Warum aber Container – und nicht zusätzliche Schalter im Ankunftsbereich? „Die Trennung erfolgt aus rein praktischen Gründen, der Flächenbedarf für die zusätzlichen Kontrollstellen ist für die bestehende Ankunft zu groß“, so Pernetta. Gleichzeitig wolle man verhindern, dass sich in den Spitzenzeiten lange Schlangen im Terminal bilden.

Start zum Beginn der Wintersaison
Nach derzeitiger Planung werden die Container erstmals an den Wochenenden zwischen Weihnachten 2026 und Ende März 2027 genutzt – und zwar in den besonders frequentierten Stunden. Bekanntlich gehören auch britische Wintergäste (mehr als 400.000 pro Saison!) zu den Drittstaaten-Angehörigen.

Andrang im Winter – die rund 400.000 britischen Passagiere sind bekanntlich ...
Andrang im Winter – die rund 400.000 britischen Passagiere sind bekanntlich Drittstaaten-Angehörige.(Bild: Christof Birbaumer / Kronenzeitung)

Die neuen Kontrollen sind Teil des europaweiten Entry/Exit-Systems, das die Ein- und Ausreise von Drittstaatsangehörigen künftig digital erfasst. Statt eines Stempels im Reisepass werden künftig biometrische Daten wie Gesicht und Fingerabdrücke gespeichert.

Mehr Sicherheit, aber Kontrollen dauern länger
Das erhöht, so Pernetta weiter, zwar die Sicherheit, verlängert aber auch den Kontrollvorgang. Er zeigt sich daher zuversichtlich, dass der Flughafen den kommenden Winter auch mit den neuen aufwendigeren Standards gut bewältigen wird.

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