Grätzel entlasten

„Jedmayer auf mehrere Standorte aufteilen“

Wien
17.07.2026 05:00

Suchthilfezentrum ist das größte seiner Art in Wien und trägt die Hauptlast. Dezentralisierung soll Probleme im Grätzel lösen.

Ende Juni war das Thema Sicherheit im Grätzel rund um den Jedmayer wieder Thema im Bezirksrat. Der ÖVP geht das im Mai in Kraft getretene Maßnahmenpaket nämlich nicht weit genug.

Daher brachten sie eine Resolution auf eine Videoüberwachung rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße ein. FPÖ und SPÖ stimmten mit, Grüne und Neos dagegen. Eigentlich hätten die drei Parteien eine Mehrheit, da aber mehrere Bezirksräte fehlten, ging die Abstimmung mit 17:17 unentschieden aus. Das Thema wurde also auf die nächste Sitzung im Herbst vertagt.

Gerhard Hammerer (li.) und Felix Ofner verteilten rund um die Station Gumpendorfer Straße Panik- ...
Gerhard Hammerer (li.) und Felix Ofner verteilten rund um die Station Gumpendorfer Straße Panik- knöpfe an Anrainer. Diese machen ein lautes Geräusch, das abschrecken soll.(Bild: ÖVP Wien)

Mehrere Standorte
Der Mariahilfer ÖVP-Bezirksparteiobmann Gerhard Hammerer stellte einen Antrag auf eine Aufteilung der Suchthilfe auf mehrere Standorte, damit das Grätzel endlich spürbar entlastet werde. Drogen- und Suchtkoordinator Ewald Lochner verweist auf 46 psychosoziale Einrichtungen der Stadt, die unter anderem Suchtkranke betreuen würden.

Laut dem Rudolfsheimer ÖVP-Obmann Felix Ofner sei diese Aussage irreführend: „Ein Großteil dieser Einrichtungen hat keinen laufenden Kundenverkehr. Mit der Situation rund um den Jedmayer sind sie in keiner Weise vergleichbar.“ Das zeigt auch ein Blick auf die Liste: Zahlreiche Einrichtungen haben stark eingeschränkte Öffnungszeiten oder sind nur mit Termin zugänglich.

Engmaschiges Netz
Ein vergleichbares Zentrum wie der Jedmayer, der Suchthilfe, Tageszentrum, rund um die Uhr Spritzentausch und Notschlafstelle biete, gäbe es nicht.

Lochner verweist auf ein engmaschiges Netz und 51 Einrichtungen, in denen Spritzen getauscht werden, etwa in 30 Häusern der Obdachlosenhilfe und sechs Apotheken. 24 Stunden geöffnet sind diese aber nicht.

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