Wer schneller unters Messer will, braucht in Wien vor allem eines: die richtige Adresse. Die neue Plattform op-termin.wien bündelt OP-Termine für Hüfte und Knie zentral – verlangt aber nach Name und Adresse ein Bekenntnis zum Wiener Wohnsitz. Was das für Patienten aus anderen Bundesländern bedeutet.
Name, Adresse – und dann das Häkchen, das über den OP-Termin entscheidet. Auf op-termin.wien, der neuen Plattform von Wigev und Vinzenz Kliniken Wien, folgt auf die persönlichen Daten ein Satz, an dem kein Weg vorbeiführt: „Ich bestätige, dass mein Hauptwohnsitz in Wien liegt.“ Erst danach geht es überhaupt zur Diagnose.
Gesteuert werden künftig zentral die Termine für künstliche Hüft- und Kniegelenke, buchbar über die Gesundheitsnummer 1450 oder eben online. Folgende Kliniken machen mit: Donaustadt, Floridsdorf, der Standort Penzing der Klinik Ottakring, dazu Herz-Jesu Krankenhaus und Orthopädisches Spital Speising. Das AKH bleibt vorerst außen vor, soll aber später dazustoßen. Geplant ist das Ganze über wöchentliche Kontingente: Die Kliniken stellen fixe OP-Timeslots zur Verfügung, dazu kommen eigene Hauskontingente für dringende Fälle.
Das Häkchen, das über den Termin entscheidet
„Mit der zentralen OP-Steuerung wird ein ganz wichtiger Schritt gesetzt, damit die Patienten wesentlich rascher ihre Behandlung erhalten“, so Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bei der Vostellung im Vorjahr. Welche Patienten das sind, klärt schon das Formular. Vinzenz-Geschäftsführer David Pötz damals: „Eine gute und sich stets vertiefende Zusammenarbeit der Vinzenz Kliniken Wien, des Wigev und der Stadt Wien sind für mich der Schlüssel für eine noch bessere Versorgung der Wiener Patienten“. Die neue Plattform geht da jetzt auf Nummer sicher.
Apropos Speising: Genau diese Klinik, eine der Vinzenz-Häuser im neuen System, sieht sich derzeit mit einer Klage eines Patienten aus Niederösterreich konfrontiert. Die „Krone“ berichtete.
Alte Praxis, jetzt neu im Formular verpackt
Neu ist das Prinzip mit dem Wohnsitz ohnehin nicht. Erst kürzlich räumten die Ordensspitäler gegenüber der „Krone“ ein, dass es für Wiener und Gastpatienten „unterschiedlich schnelle Termine“ gibt. Auch bei chronischen Fällen gilt: Die Weiterbehandlung hat im Wohnsitzbundesland zu erfolgen. Was dort informell lief, steht bei op-termin.wien nun im Formular - Vorrang für Wiener, amtlich bestätigt per Häkchen.
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