Explosionen, hohe Rauchsäulen: Oberkärntner Feuerwehrleute mussten am Dienstagvormittag mitansehen, wie ihr Rüsthaus samt Einsatzfahrzeugen abbrannte. Gut 120 Feuerwehrleute standen im Einsatz.
Es sind unfassbare Szenen, die sich am Dienstagvormittag im Seebodener Ortsteil Lieserhofen abspielten. Das Rüsthaus der örtlichen Feuerwehr ging plötzlich in Flammen auf. Explosionsartige Geräusche waren zu hören. „Die Fenster dröhnten“, schilderten Anrainer, die ihren Augen nicht trauen konnten, als sie die schwarze Rauchwolke schon aus der Ferne wahrnahmen.
Ein Großaufgebot an Mitglieder der umliegenden Feuerwehren aus der Region eilte nach der Alarmierung, um 9.26 Uhr, rasch zu ihren Kollegen, um zu helfen. Die großen Herausforderungen: umliegende Wohngebäude vor der Feuerwalze zu schützen und das brennende Einsatzhaus von außen zu löschen.
Auch Cobra war vor Ort
„Im Gebäude waren Gasflaschen gelagert. Die werden normalerweise aufgeschossen, damit der Druck entweichen kann, daher wurde die Spezialeinheit angefordert“, sagt Werner Mayer, der Spittaler Bezirkspolizeichef. „Diese Maßnahme kam aber nicht zum Einsatz, da es viel zu gefährlich gewesen wäre, das brennende Haus zu betreten.“
Zwei relativ neue Einsatzwagen – ein Tanklöschfahrzeug TLF und ein Kleinlöschfahrzeug KLFA – standen noch im Rüsthaus und wurden durch den Brand völlig zerstört. Auch das Feuerwehrhaus ist nicht alt, wurde erst im Jahr 2012 neu errichtet.
Feuerwehr blutet das Herz
Den 60 Mitgliedern der FF Lieserhofen blutet das Herz. Sie mussten mitansehen, wie ihre Zentrale von Flammen zerstört wurde. „Das tut einfach weh. Es steckt so viel Leidenschaft, Kameradschaft in diesem Ehrenamt“, zeigt sich René Moser, Kommandant der FF Lieserhofen, tief betroffen. „Doch zum Glück wurde niemand verletzt.“
Uns blutet das Herz. Wir standen nur da und mussten zusehen, wie unser Rüsthaus den Flammen zum Opfer fiel.
René Moser, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Lieserhofen
Welle der Hilfsbereitschaft
Die Oberkärntner Wehr steht nach dem Großbrand auf verlorenem Posten. „Wir sind nicht mehr einsatzfähig, brauchen nun ein Ausweichquartier“, sagt Feuerwehrreferent Horst Zwischenberger. Das Ausmaß der Zerstörung hinterlässt zudem ein finanzielles Trümmerfeld in Millionenhöhe.
Doch die Welle der Hilfsbereitschaft war schnell zu spüren: „Uns stellen Kollegen Einsatzutensilien und vorübergehend Autos zur Verfügung“, zeigt man sich dankbar.
Auch das Land Kärnten sichert unbürokratische Hilfe zu. „Der Wiederaufbau dieser wichtigen Sicherheitsinfrastruktur wird unterstützt!“, versprechen Landeshauptmann Daniel Fellner und Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger. Über Bedarfszuweisungsmittel sollen die finanziellen Mittel bereitgestellt werden. Heute, Mittwoch, sind Brandermittler vor Ort, um nach der Ursache zu suchen.
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