Putins letztes Mittel?
Ballistische Raketen schlagen ein: Brände in Kiew
Das russische Militär hat in der Nacht Kiew erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Aufgrund ihrer Schnelligkeit durchbrachen sie die ukrainische Luftabwehr: Mehrere Raketen schlugen in der Hauptstadt ein, Explosionen waren zu hören, herabstürzende Trümmer lösten Brände aus.
Die Feuerwehr konnte die Flammen löschen. 16 Gebäude wurden nach Behördenangaben beschädigt, darunter auch eine Schule. Auch andere Städte wurden zu Zielen russischer Angriffe. In Saporischschja wurden bei einem Drohnenangriff den Rettungsdiensten zufolge elf Menschen verletzt. In der Region Charkiw gibt es nach Angaben des Gouverneurs sechs Verletzte.
„Zieht Krieg in die Länge“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Einsatz ballistischer Raketen als letztes Mittel der Atommacht Russland. „Es ist real das letzte Mittel, diesen blutigen Krieg in die Länge zu ziehen“, sagte Selenskyj beim Treffen der „Koalition der Willigen“ in Paris. Dort warb er dabei für die Schaffung eines neuen europäischen Flugabwehrsystems zur Abwehr russischer ballistischer Raketen innerhalb von zwölf Monaten. „Wir haben in der Ukraine eine Flugabwehrrakete, doch das ist nur Teil eines Systems“, sagte der Staatschef. Er versprach eine günstige Massenproduktion.
Sein Land benötige täglich Mittel zur Abwehr dieser ballistischen Raketen. Zugleich beklagte er den Mangel an Flugabwehrraketen für das US-amerikanische Patriot-System. „Sie sind qualitativ hochwertig, aber knapp“, bedauerte er. Die USA würden aufgrund der iranischen Angriffe zuerst die eigenen Arsenale auffüllen und die Verbündeten am Persischen Golf beliefern.
„300 Raketen für den Winter“
Für den kommenden Winter bat Selenskyj um zusätzliche Lieferungen von Flugabwehrraketen. „Wir haben berechnet, dass in diesem Paket 100 Patriot-Raketen pro Monat sein sollten – 300 Raketen für den Winter“, sagte der Staatschef laut einer Mitteilung zu den Gesprächen. Je mehr Schutzmittel die Ukraine habe, umso weniger Gründe habe Russland, den Krieg bis in den Winter zu ziehen.
Unterdessen hat die Ukraine erneut Kampfdrohnen tief nach Russland geschickt, um dort Erdölanlagen anzugreifen. Russische Behörden melden eine massive Attacke auf das Industriegebiet in Salawat in der russischen Teilrepublik Baschkortostan westlich des Ural. In einer Raffiniere brachen Brände aus.
Auch in Afipskaja in der Region Krasnodar wurde in der Nacht auf Dienstag ein Angriff auf die Raffinerie gemeldet. Salawat liegt mehr als 1400 Kilometer von der Front entfernt. Die zum Ölkonzern Gazpromneft gehörende Raffinerie hat eine Verarbeitungskapazität von mehr als sieben Millionen Tonnen Rohöl im Jahr. Im September 2025 wurde sie bereits zweimal angegriffen.
Benzin ist knapp
Die Folgen der ukrainischen Drohnenangriffe, die in den letzten Monaten massiv anstiegen, sind in Russland deutlich spürbar: Die Ölverarbeitung ist auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren gefallen. Viele Tankstellen sind leer, andere geben Treibstoff nur noch in begrenzten Mengen aus. Autofahrer müssen lange anstehen, um überhaupt tanken zu können.











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