Vorschlag nach Sommer

Von der Leyen will Social-Media-Mindestalter

Digital
13.07.2026 10:50
Porträt von krone.at
Von krone.at

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am Montag in Brüssel zusammen mit Expertinnen und Experten einen Bericht mit Empfehlungen zur geplanten Einführung eines Mindestalters für soziale Netzwerke präsentiert. „Wir werden uns den Bericht sehr genau ansehen und nach dem Sommer einen Vorschlag vorlegen“, kündigte von der Leyen an. Im Bericht wird die Einführung einer Zugangsbeschränkung zu Social Media für Kinder unter 13 Jahren empfohlen. 

Das Expertengremium empfiehlt laut dem deutschen Kinder- und Jugendpsychiater und Professor Jörg M. Fegert für Kinder bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres gar keine Bildschirmzeit. Im Kindesalter bis zur Vorpubertät (drei bis zwölf Jahre) sollten Kinder ausschließlich elterlich kontrollierten oder pädagogisch angeleiteten, zeitlich begrenzten Zugang zu Social-Media-Angeboten und internetfähigen Endgeräten haben. „Nun zum Jugendalter: Autonomieentwicklung ist eine zentrale Entwicklungsaufgabe des Jugendalters“, betonte der Professor am Montag in Brüssel.

Deshalb sollten 13- bis 18-Jährige zunehmend selbstständig Zugang zu altersentsprechenden Social-Media-Angeboten haben: „Auf der Basis der vorliegenden Evidenz empfehlen wir die EU-weite harmonisierte Einführung einer Zugangsbeschränkung zu Social Media für Kinder unter 13 Jahren.“ Er warnte: „Wir haben keine Zeit. Kinder und Jugendliche sind jetzt und heute mit großen Risiken durch technologisches Design und durch inadäquate Inhalte auf Social Media Plus konfrontiert.“

Von der Leyen: Kinder schützen
Das Panel habe eine der größten Herausforderungen für die Regierungen geprüft: Wie man unsere Kinder schützen kann und welche Normen und Regelungen dafür geeignet wären, so von der Leyen. Es liege auch an den Eltern, Kinder zu schützen und zu entscheiden, wann diese ihr erstes Smartphone erhalten würden. „Der Status-quo, in denen wir es den großen Tech-Unternehmen erlauben, uneingeschränkten Zugang zu unseren Kindern erlauben“, würde zu Schäden führen, betonte die Kommissionspräsidentin.

Heute würden die jungen Menschen schon insgesamt rund 20 Lebensjahre online verbringen, so die siebenfache Mutter. Die Eltern würden die Folgen sehen wie Depressionen, Schlafmangel und schlechte schulische Ergebnisse. Sie betonte, dass die Kommission schon wegweisende Maßnahmen gegen Tech-Unternehmen getroffen habe und verwies auf das Gesetz für digitale Dienste.

Brüssel für Durchsetzung zuständig
Neben Österreich und Frankreich planen bereits zahlreiche EU-Länder wie Spanien, Dänemark oder Griechenland eine nationale Altersgrenze für Instagram, TikTok oder YouTube. Die Kommission hat bisher immer betont, dass die Durchsetzung zusätzlicher Verpflichtungen für Online-Plattformen in die Zuständigkeit Brüssels falle. Laut dem EU-Gesetz für digitale Dienste, dem DSA, müssen Minderjährige und ihre Sicherheit, ihre Privatsphäre und ihre privaten Daten online bereits besonders geschützt werden.

Der DSA ist seit zwei Jahren in Kraft und soll Online-Unternehmen dazu zwingen, stärker gegen illegale und hetzerische Inhalte im Internet vorzugehen. Für von der EU-Kommission als besonders große Online-Plattformen bezeichnete Unternehmen gelten zudem noch strengere Auflagen, etwa für Google, Facebook, TikTok, Instagram oder X.

Druck, eine Altersbegrenzung EU-weit einzuführen, gibt es schon länger: Das Europäische Parlament hat im November ein Mindestalter von 13 Jahren für die Nutzung von sozialen Medien und KI-Freunden eingefordert. Die Kommission solle bis Ende 2026 eine entsprechende Altersgrenze festlegen.

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