Dem IS angeschlossen
Ehepaar versklavte Kinder: In Bayern verurteilt
Bei einem Gerichtsprozess in Bayern sind abscheuliche Verbrechen eines irakischen Ehepaars ans Licht gekommen: Die beiden hatten sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen und zwei jesidische Mädchen versklavt und sexuell ausgebeutet. Der Mann erhielt lebenslange Haft, die Frau neuneinhalb Jahre.
Der Angeklagte hatte zuvor als Friseur in München gearbeitet, bevor er sich in einer Münchner Moschee radikalisiert haben soll. Zwischen 2015 und 2017 hielten er und seine Frau im Herrschaftsgebiet der Terrormiliz im Irak und in Syrien auf, wie vor Gericht erklärt wurde. In dieser Zeit geriet erst eine fünfjährige, danach auch eine zwölfjährige Jesidin in die Fänge des Paares.
Frau unterstützte sexuelle Übergriffe
Wie aus den Gerichtsakten hervorgeht, mussten die beiden Kinder für die beiden Angeklagten im Haushalt arbeiten und wurden vom Mann auch mehrfach vergewaltigt. Die Ehefrau soll ihn bei den Übergriffen unterstützt haben – so habe sie die Taten vorbereitet und eines der Mädchen sogar geschminkt, bevor es sexuell missbraucht wurde.
Kinder nach Flucht einfach weitergegeben
Die Kinder waren auch körperlicher Gewalt ausgesetzt. Das ältere Mädchen soll vom Angeklagten unter anderem mit einem Besenstiel geschlagen worden sein. Die Hand des jüngeren Opfers wurde von der Frau mit heißem Wasser verbrüht. Auch nachdem das Paar aus Syrien floh, weil der IS Gebieten verloren hatte, ging das Martyrium für die jungen Opfer weiter. Die Kinder wurden laut den Ermittlungen an andere IS-Mitglieder weitergegeben.
„Monströse Gewalt“
Erst 2024 wurde das Paar in Deutschland gefasst – ihnen wurde Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. „Die monströse Gewalt liegt so fern jeglicher Menschlichkeit, dass sie unwirklich erscheint“, hatte die Vertreterin des Generalbundesanwalts erklärt. Alles habe dem Ziel des IS gedient, den jesidischen Glauben zu vernichten.
Die heute 30-jährige Ehefrau hatte sich im Prozess entschuldigt und in ihrem letzten Wort gesagt: „Es tut mir leid“. Ihr Ehemann hatte sich vor Gericht nicht äußern wollen.









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