Mit einer Investition von rund 600 Millionen Euro entsteht in Bruck an der Leitha eine der größten Wasserstoff-Elektrolyseanlagen Europas. Die Europäische Investitionsbank unterstützt das OMV-Projekt mit einem Darlehen von 450 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme ist bis Ende 2027 geplant.
Die im Bau befindliche Wasserstoff-Elektrolyseanlage der OMV in Bruck an der Leitha (Niederösterreich) soll rund 600 Millionen Euro kosten und bis Ende 2027 in Betrieb gehen. Die Europäische Investitionsbank (EIB) – ihr Vize ist der ehemalige Bundeskanzler Karl Nehammer – stellt für das Projekt ein Darlehen in Höhe von 450 Millionen Euro bereit. Das wurde am Montag bekannt. Im November 2025 hatten die OMV und Masdar, die staatliche Gesellschaft für erneuerbare Energien des Emirats Abu Dhabi, die Gründung eines Joint Ventures für die Anlage angekündigt.
Mehrheit der Stimmen bei OMV
Im Zuge dieser Vereinbarung wurde festgelegt, dass Masdar einen Anteil von 49 Prozent und die OMV 51 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten wird. Gleichzeitig wurde ein Investitionsvolumen im dreistelligen Millionenbereich aus Abu Dhabi für das Projekt bekannt gegeben. Nach Angaben der OMV wird der Abschluss des Joint Ventures für Anfang 2026 erwartet. Voraussetzung dafür sind die Fertigstellung der Vertragsunterlagen, die Zustimmung der Anteilseigner sowie die erforderlichen behördlichen Genehmigungen.
Das Joint Venture ist derzeit noch nicht aktiv. Nach Angaben der OMV werden die letzten Verträge derzeit fertiggestellt. Sobald diese abgeschlossen sind, kann das Gemeinschaftsunternehmen ins Firmenbuch eingetragen werden. Über die weiteren Schritte will die OMV zu einem späteren Zeitpunkt informieren. Die OMV ist bereits seit Längerem eng mit Abu Dhabi verbunden. So hält die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) 24,9 Prozent der Unternehmensanteile an der OMV. Zusätzlich haben beide Unternehmen ihre Chemiesparten kürzlich zu Borouge International zusammengeführt und damit den weltweit viertgrößten Kunststoffproduzenten geschaffen.
Anlage wird zu den größten in Europa zählen
Mit dem Bau der 140-Megawatt-Elektrolyseanlage wurde im Herbst 2025 begonnen. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2027 vorgesehen. Nach ihrer Fertigstellung wird sie zu den größten Anlagen für die Erzeugung von grünem Wasserstoff in Europa zählen. Anfang 2026 sagte die Republik Österreich für das Vorhaben eine Förderung von bis zu 123 Millionen Euro zu. Die Abwicklung der Fördermittel erfolgt über die staatliche Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws).
Ab dem Jahr 2028 soll die Anlage jährlich bis zu 23.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Dafür wird Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind-, Solar- und Wasserkraft genutzt. Bei der Elektrolyse wird Wasser mithilfe elektrischer Energie in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Der erzeugte Wasserstoff soll anschließend über eine rund 22 Kilometer lange Pipeline direkt zur OMV-Raffinerie in Schwechat transportiert werden. Dort ersetzt er den bisher aus Erdgas gewonnenen fossilen Wasserstoff in den Produktionsprozessen.
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