Die Reformen in der Wirtschaftskammer gehen vielen nicht weit genug. WKO-Bankenobmann und Raiffeisen-Manager Michael Höllerer prescht vor: „Unsere Landessparten kann die Kammer ersatzlos streichen.“ Sie seien überholt. Personaleinsparungen dürfen nicht auf die Bundesebene beschränkt bleiben. Dort müssen bereits 200 Mitarbeiter gehen.
Die Wirtschaftskammer Österreich baut in ihrer Zentrale 200 von 800 Mitarbeitern ab. „Es ist höchst notwendig, die WKO konsequent zu verschlanken“, findet Bankenobmann Michael Höllerer, der demnächst den Chefsessel der RBI übernimmt. Präsidentin Martha Schultz bekomme jede Unterstützung bei ihrem Reformkurs.
Länder sollen bei Einsparungen folgen
„Die Anstrengungen dürfen sich jedoch nicht nur auf das Personal auf Bundesebene beschränken. Auch Strukturen, vor allem auf Landesebene, gehören kritisch hinterfragt. So könnten die Landessparten der Banken und Versicherungen ersatzlos gestrichen werden, ohne dass es Auswirkungen auf die Mitgliedsbetriebe hätte“, so Höllerer, der gerne mit gutem Beispiel vorangehen würde.
Die Landessparten der Banken und Versicherungen könnten ersatzlos gestrichen werden, ohne dass es Auswirkungen auf die Mitgliedsbetriebe hätte.

Michael Höllerer
Bild: Barbara Nidetzky
Die föderale Struktur der Wirtschaftskammer bringt eine riesige Menge an bezahlten Kammerfunktionären mit sich. Neun Landeskammern und eine Bundesorganisation blähen den Apparat auf.
Regulatorik entstehe ohnehin auf nationaler und europäischer Ebene. Neun Landessparten seien mittlerweile eindeutig überholt. Eine Abschaffung der je sieben Sparten auf Landesebene generell würde auf einen Schlag 63 Obleute einsparen und mehr als 100 Stellvertreter, inklusive Büros und Mitarbeiter.
Mehr als 12.000 Kammerfunktionäre
Der Personalaufwand macht einen großen Teil der Ausgaben der Wirtschaftskammer aus. Mehr als 12.000 Funktionäre in 1000 Gremien sind in der Wirtschaftskammer tätig, rund 5500 Mitarbeiter beschäftigt die Wirtschaftskammer.
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