Nur noch zwei Siege ist England davon entfernt, nach 60 Jahren des Leidens erstmals seit 1966 wieder den WM-Pokal gewinnen. Nachdem die „Three Lions“ Norwegen und Haaland mit 2:1 niedergerungen hatten, „brüllte“ mit Jude Bellingham der „Oberlöwe“ und Doppeltorschütze des Viertelfinal-Sieges lautstark gegen Trainer Thomas Tuchel.
Pikante Situation nach Englands hart erkämpftem 2:1-Sieg über die entschlossenen Norweger: Just als durchs Stadion „Hey, Jude“ dröhte und Doppeltorschütze Jude Bellingham und Co. gefeiert wurden, kritisierte Trainer Thomas Tuchel in Interviews die Leistung seiner Mannschaft.
Tuchel: „Schlampig, viele technische Fehler – wir hatten Glück“
„Das Ergebnis ist fantastisch, wir sind unter den letzten vier Teams. Es ist erstaunlich, aber mit der Leistung bin ich nicht zufrieden“, sagte der Deutsche nach dem Spiel: „Das Engagement ist da, aber wir haben uns das Leben sehr, sehr schwer gemacht durch unsere Spielweise und Art, wie wir gespielt haben: schlampig, viele technische Fehler, nicht schnell genug – wir hatten heute Glück.“
Bellingam: „Vielleicht weiß er nicht, wie es ist...“
Woraufhin es vom bei der WM toll aufspielenden Bellingham wenig später in einem Interview den verbalen Konter gab. „Ja, na ja, wie auch immer. Draußen ist es schwierig. Alle Spieler haben eine gute kämpferische Leistung abgeliefert, daher gelten meine Gedanken und die Wertschätzung den Spielern, die Großartiges geleistet haben“, sagte der Real-Madrid-Star und ergänzte Richtung Tuchel: „Vielleicht weiß er nicht, wie es ist, unter solchen Bedingungen gegen Haaland, Ødegaard, Nusa, Sørloth zu spielen.“ Bumm!
„Das ist kein einfaches Team, gegen das man spielen kann. Ich denke, wir haben versucht, hier ein positives Umfeld zu schaffen, das sollten wir beibehalten wenn es jetzt ins Halbfinale geht. Du wirst nicht jedes Spiel gewinnen und tausend Pässe machen. Manchmal muss man schmutzig gewinnen, und das haben wir heute Abend wieder geschafft“, ergänzte Englands Nr. 10, deren Verhältnis mit Tuchel schon öfter angespannt war.

Am Mittwoch braucht England Bellingham gegen Argentinien
Tuchel hatte in der Vergangenheit einmal über Bellingham gesagt: „Wenn er lächelt, gewinnt er alle. Aber manchmal sieht man die Wut, man sieht den Hunger und das Feuer und das kommt auf eine Weise heraus, die etwas abstoßend sein kann – zum Beispiel für meine Mutter, wenn sie vor dem Fernseher sitzt.“ Tuchel stellte die Sache klar, relativierte das Wort abstoßend. Letzten November hatte es dann nach einer Auswechslung von Bellingham Diskussionen gegeben, ehe dieser nun nach dem 2:1 über Norwegen laut gegen den Trainer „brüllte.“ Dies wird sicher noch einige unangenehme Fragen zur Beziehung der beiden nach sich ziehen, aber klar ist: Mit bereits sechs Toren wird Bellingham am Mittwoch (21 Uhr) im Halbfinale gegen Argentinien in der Startelf stehen. England braucht ihn.
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