„Eine Frage an Putin?“

Trump-Patzer und Revolver: Skurriler NATO-Gipfel

Außenpolitik
09.07.2026 10:56

US-Präsident Donald Trump hat seinen Verbündeten am NATO-Gipfel nicht nur heiß und kalt gegeben, sondern sich auch mehrere Patzer geleistet. Ebenso skurril waren die Geschenke, die Präsident Erdoğan seinen Gästen in Ankara machte.

Mehrere peinliche Patzer leistete sich Trump bei einem Presseauftritt mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Rande des Gipfels in Ankara. Zuerst sagte er auf die Frage einer Reporterin, dass die „Islamische Republik Japan“ 111 Raketen auf einen Flugzeugträger abgefeuert habe.

Offensichtlich meinte er die Islamische Republik Iran, mit der es aktuell wieder Gefechte gibt. Außerdem bezeichnete der 80-Jährige das frühere Wiener Atomabkommen mit dem Iran als JCPOC, obwohl dieses eigentlich JCPOA (Joint Comprehensive Plan of Action) heißt.

„Eine Frage für Präsident Putin?“
Später zeigte Trump auf den neben ihm sitzenden Selenskyj und fragte in die Reporterrunde, ob jemand eine „Frage für Präsident Putin“ habe. Als Aufruhr entstand, wand sich der US-Präsident aus der Situation, indem er behauptete, wirklich wissen zu wollen, ob es eine Frage an Putin gebe. „Denn ich werde ihm diese Frage stellen“, sagte er (siehe X-Post unten).

Für Aufsehen sorgt der Patzer, weil Trump seinen Vorgänger Joe Biden immer wieder für ähnliche Aussetzer verspottet hatte. Biden hatte Selenskyj beim NATO-Gipfel vor zwei Jahren ebenfalls mit Putin verwechselt, sich aber sofort korrigiert.

Heizt Demenz-Gerüchte an
Bei Joe Biden wurde viel über Demenz spekuliert, jetzt heizt Trump mit seinen Versprechern solche Gerüchte an. Der US-Präsident unterzog sich bereits mehrmals Demenztests, die er aber als IQ-Tests darstellte und mit dem Ergebnis prahlte.

Vergangenen Monat wurde Trump 80 Jahre alt, davor veröffentlichte das Weiße Haus eine Erklärung seines Leibarztes, wonach der er bei „exzellenter Gesundheit“ sei. Renommierte US-Ärzte bezweifeln aber, dass Trumps Verstand so scharf ist, wie das selbst ernannte „sehr stabile Genie“ gern behauptet.

Scharfe Revolver als Geschenk
Scharf waren jedenfalls die Revolver, die der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdoğan, seinen Gästen schenkte. Mehrere Regierungschefs bekamen solche Waffen, in denen der Name des Beschenkten eingraviert war. Beigelegt waren jeweils eine Schachtel Munition sowie eine Ausfuhrgenehmigung.

Der britische Noch-Premier Keir Starmer ließ seinen Revolver aber in der Türkei zurück, um ihn entschärfen zu lassen. Eine Einfuhr hätte den strengen britischen Waffengesetzen widersprochen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will ihre Waffe an ein Museum spenden, Deutschlands Bundeskanzler, Friedrich Merz, übergab seine Pistole an die deutsche Botschaft. Ob auch Trump einen Revolver von Erdoğan bekam, ist nicht bekannt.

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