Mit scharfen Angriffen auf seine Verbündeten hat US-Präsident Donald Trump den NATO-Gipfel aufgemischt, zum Abschluss aber wieder von „unglaublicher Liebe“ geredet. Lange hielt die nicht, am Rückflug versuchte er wieder, Europa zu erpressen ...
Trump packte seine Verbündeten bei ihrer militärischen Abhängigkeit: Er stellte einen noch größeren US-Truppenabzug in Aussicht, der Europa angesichts der russischen Aggression schwächen würde. Abhängig machte der Präsident den Abzug von einer Vereinbarung zur Zukunft Grönlands.
„Vieles wird von Grönland abhängen“
„Ich habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Vieles wird von Grönland abhängen“, entgegnete er in der Präsidentenmaschine Air Force One auf die Frage, ob er weitere Truppen abziehen werde. „Vielleicht werde ich es tun.“
Trump giert schon länger nach der strategisch wichtigen Arktisinsel und drohte bereits mit einer Invasion. Kurz nach seiner Ankunft beim NATO-Gipfel in Ankara hatte er wieder einmal erklärt, dass die zum Königreich Dänemark gehörende Insel künftig von den Vereinigten Staaten kontrolliert werden sollte. Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen wies die Forderung entschieden zurück.
Drohte Spanien mit Embargo
Die härteste Attacke des US-Präsidenten bekam Spanien zu spüren. Das Land verweigert den USA seit Beginn des Iran-Kriegs die Nutzung von Militärbasen und bekennt sich als einziges Mitglied nicht zum NATO-Ziel, fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung auszugeben. „Sie nehmen nicht teil, sie zahlen nicht“, erklärte Trump daher unumwunden bei seinem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte. „Ich will mit ihnen keinen Handel mehr treiben.“
Am Rückflug fand der US-Präsident dann aber wieder warme Worte für die spanische Regierung. Sie habe ein „beeindruckendes Comeback hingelegt“, erklärte er. Nach der Begründung gefragt, sagte Trump, die Regierung sei der Bitte einer größeren Zahlung nachgekommen. „Und hätten sie das nicht getan, würden wir nicht einmal mehr mit ihnen sprechen.“
Zum NATO-Gipfel angereist war der 80 Jahre alte Präsident mit der neuen Air Force One aus Katar, bei der Rückreise verzichtete er aber überraschend auf den geschenkten Luxusflieger. Stattdessen hob er mit einer Ausweichmaschine seiner alten Präsidentenflotte aus Ankara ab.
„Nummer eins auf der Todesliste“
Dies nährte Spekulationen, der katarische Flieger habe Sicherheitsmängel und könne zum Ziel eines iranischen Angriffs werden. Trump sagte am Rande des NATO-Gipfels, der Iran trachte ihm nach dem Leben. „Ich bin Nummer eins auf der Todesliste“, sagte er zu Journalisten, die ihn fragten, ob er wegen der Drohungen auf den neuen Präsidentenflieger verzichte. Von Anfang an hatte es Sicherheitsbedenken gegeben, weil Katar in der Vergangenheit islamistische Gruppen wie die Hamas unterstützte.
Nach Trumps Angaben flog die Maschine aus Katar nach dem NATO-Gipfel zunächst ohne ihn nach Großbritannien. Dort stationierte US-Soldaten sollten sich den „wirklich großartigen“ Flieger anschauen, sagte der Präsident.
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