Der erwartete Ansturm auf das Informationsevent zur 380-kV-Freileitung in Villach blieb Donnerstag aus. Etwa 100 Interessierte waren gekommen, um sich über den Projektstand zu informieren und Fragen zu stellen.
Ruhiger als erwartet ist die Informationsveranstaltung zum geplanten Ringschluss der 380-kV-Leitung im Congress Center Villach abgelaufen. Vor der Veranstaltung hatten sich einige Mitglieder der Bürgerinitiativen getroffen, um ihre Bedenken gegen das Projekt vorzubringen.
Erwarteter Ansturm blieb aus
Etwa 100 Personen waren es schließlich, die an der öffentlichen Erörterung zum Projekt und anschließenden Möglichkeit der Fragestellung teilgenommen haben. „Zukunftsfähige Infrastruktur entsteht nur im Dialog. Deshalb suchen wir von Beginn an das Gespräch mit den Gemeinden und Grundeigentümern“, so APG-Projektleiter Wolfgang Hafner.
Neben zahlreichen Vertretern der Bürgerinitiativen waren auch Bürgermeister und politische Mandatare aus betroffenen Gemeinden gekommen. Die Sorgen und Fragen der Menschen waren breit gestreut. „Es geht um die Höhe der Masten und dass es noch keine genaue Information darüber gibt, wo die Trasse genau stehen wird“, so Christa Hintermann von der Bürgerinitiative Gegenstrom 380 kV. Johann Huber der Bürgerinitiative Landskron wollte wissen, woher die Daten zum erwarteten Strombedarf kommen und ob nicht die 220-kV-Leitung im Gail- und Rosental entsprechend aufgerüstet werden könnte.
Bei den Fragen gab es durchaus Applaus für die einzelnen Auftritte. Im Gesamten lief die öffentliche Erörterung durchaus gesittet ab. Immer wieder gab es auch Applaus für die Fragestellenden.
Ende April hat die Europäische Union das Projekt Netzraum Kärnten in die PCI-Liste aufgenommen. „Damit bestätigt die Europäische Kommission offiziell die überregionale und europäische Bedeutung des Vorhabens für die zukünftige Energieversorgung“, schildert Hafner. Durch den PCI-Status können auch wertvolle EU-Förderungen abgeholt werden.
Bei der öffentlichen Erörterung wurde noch einmal deutlich dargelegt, warum der Ringschluss wichtig für Österreich und Kärnten ist. Denn nicht nur der Stromverbrauch wird ansteigen. Durch den Ringschluss gibt es dann die Möglichkeit, an günstigeren Strom aus dem Ausland zu kommen, und der Ausbau der erneuerbaren Energien erfordert leistungsstarke Netze.
Mit dem Bau der 380-kV-Leitung wird auch eine leistungsfähige 110-kV-Leitung des Kärnten Netz mit verlegt und mit zwölf Umspannwerken von APG und Kärnten Netz verbunden.
„Die Bündelung der neuen 380-kV- und 110-kV-Systeme in einer gemeinsamen Trasse bringt mehrfachen Nutzen: Wir stärken die regionale Stromversorgung, reduzieren den Ausbaubedarf im Stehenden 110-kV-Netz und schaffen die Voraussetzung, rund 140 Kilometer bestehender Leitungen zu demontieren, die an vielen Orten durch Siedlungsgebiete verlaufen“, erklärt Kärnten Netz-Projektleiter Gernot Kowatsch.
Planungstrasse konkretisiert
In den vergangenen neun Monaten wurde bereits eine Planungstrasse ausgearbeitet. „In Kärnten haben wir mit Gemeinden und Bürgern gute und konstruktive Gespräche geführt und wir konnten schnell zu Einigungen kommen“, berichtet Hafner. Auf einer Länge von 40 Kilometern gibt es eine Abweichung der Grobtrasse. Hier konnte man bereits im Bürgerdialog eine Trassenlösung finden.
Bis zum Herbst soll die Feintrasse präsentiert werden. Danach werden alle Gutachten und Einreichungen für das UVP-Verfahren erstellt. Dieses soll Ende 2027 starten.
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