Angst um die Schüler

Vandalenakte: Homo-Hass auf 120 m² an Gymnasium

Niederösterreich
02.07.2026 16:30
Porträt von René Denk
Porträt von Christoph Chromy
Von René Denk und Christoph Chromy

Wirre Botschaften und Aktionen gegen Homosexuelle – und das innerhalb von zwei Wochen bereits zum zweiten Mal! Das Gymnasium Horn sagte daraufhin eine Übernachtung in der Schule ab. Die Tat scheint von langer Hand geplant worden zu sein. Aber: Die riesige Botschaft kann man vom Boden aus nur schwer lesen.

Hat es damit zu tun, dass die Regenbogenflagge, die auch das bekannteste Symbol der Pride-Bewegung ist, den ganzen Juni über dem Gymnasium – wie auch an anderen Horner Gebäuden – geweht hat? Oder war es ein weiterer gezielter Anschlag auf das Gymnasium, das nun mit einer hohen Schadenssumme konfrontiert ist?

Fakt ist, dass es der zweite und erheblich schlimmere Vandalenakt in ähnlicher Form ist, der an der Schule in der Waldviertler Bezirksstadt Horn verübt worden ist. Und da dieser innerhalb von 14 Tagen erfolgte, sagte die Schulführung vorsichtshalber das geplante Übernachten einiger Schüler im Gymnasium in der letzten Schulwoche kurzerhand ab.

Ein Bild aus 20 Metern Höhe zeigt die 120 Quadratmeter große Aufschrift, die vom Boden aus nur ...
Ein Bild aus 20 Metern Höhe zeigt die 120 Quadratmeter große Aufschrift, die vom Boden aus nur sehr schwer zu lesen ist.(Bild: zVg)
Mit schwulen- und lesbenfeindlichen Vandalismusakten sieht sich das Gymnasium Horn zu ...
Mit schwulen- und lesbenfeindlichen Vandalismusakten sieht sich das Gymnasium Horn zu Schulschluss konfrontiert.(Bild: Privat z. V. g.)

Keine Spontan-Tat
Die Aufschrift ist außerhalb des Gymnasium-Sportplatzes nicht zu lesen. Der Horner Malergeselle Richard Braunsteiner, den die „Krone“ mit den Fotos konfrontierte, schätzt, dass der nächtliche Anschlag wegen der Genauigkeit der Ausführung von langer Hand geplant wurde: „Das Ganze sieht auf dem Foto sehr professionell und ordentlich aus. Es wurde offensichtlich mit Pinsel oder Rolle gemalt, nicht gesprayt.“ Wegen der Gleichmäßigkeit des Schriftbildes erkennt auch ein Laie, dass es sich beim „Künstler“ um nur einen Täter  handeln dürfte, der zumindest über ein gewisses malerisches Talent verfügt.

Buchstaben sind eine Laufbahnbreite hoch
Was war passiert? Wie die „Krone“ erst jetzt erfuhr, fanden in der Nacht vom 29. auf 30. Juni auf der Laufbahn des Sportplatzes umfangreiche „Malerarbeiten“ statt. Mit Dispersion wurden Buchstaben in Höhe eine Laufbahnbreite aufgemalt. Darauf ist das wirre Wortgefüge „LGBTQ = Chemische Kastration v. Kindern“ zu lesen. In der nächsten Laufbahn, die wie Zeilen in einem Heft verwendet wurden, steht dann noch: „Keine Abgrenzung zu Kindesmissbrauch“, wobei das „Z“ verkehrt herum geschrieben wurde.

Die Landespolizeidirektion Niederösterreich bestätigt indes den Vandalenakt: „Wenn die Laufbahn grunderneuert werden muss, wird die Schadenshöhe derzeit auf 40.000 bis 50.000 Euro geschätzt.“ Zudem sei die Aufschrift ganze 40 mal 3 Meter groß, was einer Fläche von 120 Quadratmetern entspricht. Die Ermittlungen der Polizeiinspektion Horn seien im Laufen.

Das Schreiben an die Eltern
Das Schreiben an die Eltern(Bild: zVg)

Bildungsdirektion schweigt
In der Bezirksstadt Horn selbst wird vermutet, dass die beiden Vandalenakte zielgerichtet gegen das Gymnasiums ausgeübt wurden. Nach Verweis des Gymnasialdirektors Michael Ableidinger an die Bildungsdirektion Niederösterreich, heißt es von dort lapidar: „Da es sich um laufende polizeiliche Ermittlungen handelt, können wir ihre Fragen derzeit leider nicht beantworten.“

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