Die Spannung ist vor der Informationsveranstaltung zum geplanten 380-kV-Ringschluss in Kärnten groß: Im Congress Center Villach können Bürger Donnerstag Fragen stellen und Stellungnahmen einbringen. Die Bürgerinitiative Landskron wird ebenfalls teilnehmen.
Die geplante 380-kV-Leitung soll die Umspannwerke Obersielach und Lienz verbinden – in vielen Regionen von Ober- bis Unterkärnten haben sich Bürgerinitiativen gegen die geplante Trasse der Stromleitung formiert.
Die BI Landskron hat Mittwoch ins Feuerwehrhaus Gratschach geladen, um über die geplante Trassenführung durch den Villacher Stadtteil zu informieren und ihre Einwände vorzutragen.
Denn gerade in Landskron wird es in dem geplanten Trassenkorridor eng mit den Abständen zwischen Masten und Wohnhäusern. „Unser Haus befindet sich nur etwa 30 Meter entfernt und wir haben es gerade erst umfassend hergerichtet“, berichtet ein Anrainer.
Unverständlich ist für viele Anwohner der Ortschaften Gratschach und Landskron, wieso diese Trassenführung durch den schmalen Korridor geführt werden muss. „Die ursprüngliche Planung hat auch eine Variante weiter im Norden über Arriach und Feldkirchen beinhaltet. Aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen wurde diese Möglichkeit vom Projektwerber wieder verworfen“, so Johann Huber, Sprecher der Bürgerinitiative.
Denn würde die Leitung weiter nördlich gezogen, würde weniger Wohnbauland und hoch kritische Siedlungsabschnitte betroffen sein. Zudem müsse geprüft werden, ob die bestehenden 220-kV-Masten durch das Gail- und Rosental sich nicht für einen 380-kV-Betrieb eignen würden.
Die Bürger fürchten außerdem gesundheitliche Schäden durch die elektromagnetischen Felder, die bei einer solchen Hochspannungsleitung entstehen würden.
Politik stellt sich hinter Bürger
Bei der Versammlung waren auch Villachs Planungsstadtrat Harald Sobe sowie Umweltstadtrat Sascha Jabali-Adeh anwesend. Die Politik stellt sich hinter die Forderungen der Bürger. „Die Stadt Villach und umliegende Gemeinden haben in der Sache ein externes Büro beauftragt. Die Expertise haben wir an das Land Kärnten geschickt“, erklärte Sobe.
Die Stadt will Freitag auch eine Resolution verabschieden, um in dem Verfahren Druck auf den Projektwerber und eine für die Bürger verträgliche Trassenlösung zu finden.
Vertreter der Bürgerinitiative werden Donnerstag auch bei der Informationsveranstaltung im Congress Center anwesend sein.
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