Ab Frühling 2027

So sollen Österreicher Millionen bei Strom sparen

Wirtschaft
26.06.2026 16:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

„Unser Ziel ist es den Strompreisunterschied zu Deutschland zu beenden“, kündigte Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) am Freitag an. Eine Stromleitung zwischen Deutschland und Österreich soll dabei helfen – und die Stromkosten um bis zu 375 Millionen Euro senken.

Mit der sogenannten Deutschlandleitung soll günstiger Strom aus Deutschland nach Österreich gebracht und der Strompreisunterschied zum Nachbarland verringert werden. Die Strommehrkosten für Haushalte und Betriebe sollen mit der neuen Leitung um bis zu 375 Mio. Euro sinken, wie die Austrian Power Grid (APG) berechnet hat. 

Strom in Österreich teurer
Österreich und Deutschland bilden einen eng verbundenen Strommarkt. Reichen die Leitungskapazitäten nicht aus, kann günstiger Strom aus Deutschland nur begrenzt nach Österreich fließen. Dann entstehen Preisunterschiede. Im Winterhalbjahr 2025/26 lag der österreichische Großhandelspreis bei rund 118 Euro pro Megawattstunde und damit etwa 21 Euro über dem deutschen Niveau, so Hattmannsdorfer.

In 93 Prozent der Stunden sei Österreich preislich von Deutschland abgekoppelt gewesen, betonte der Minister. Die Mehrkosten durch diesen Preisunterschied bezifferte APG-Vorstandssprecher Gerhard Christiner auf rund 600 Mio. Euro.

„Dämpft Preisspitzen“
Wäre die neue 380-kV-Deutschlandleitung im vergangenen Winterhalbjahr bereits in Betrieb gewesen, hätte sie die Mehrkosten der heimischen Stromkundinnen und Stromkunden um 240 bis 375 Mio. Euro gesenkt, geht aus der aktuellen Berechnung der APG hervor. Demgegenüber stünden 100 Mio. Euro, die in das Projekt investiert werden sollen. „Jeder Euro in den Netzausbau zahlt sich für Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit aus“, so Christiner. „Die Deutschlandleitung erhöht die Importkapazität, bindet unsere Speicherkraftwerke besser ein und dämpft Preisspitzen.“

Soll im Frühling starten
Die neue 380-kV-Leitung verbindet das Umspannwerk St. Peter am Hart in Oberösterreich mit dem deutschen Netz und ersetzt die alte 220-kV-Infrastruktur. Dadurch soll sich die Übertragungskapazität von 800 auf rund 6000 Megawatt erhöhen. Der österreichische Anteil umfasst rund 2,5 Kilometer 380-kV-Leitung sowie den Ausbau des Umspannwerks St. Peter am Hart. Projektpartner auf deutscher Seite ist TenneT. Die Deutschlandleitung soll ab April 2027 schrittweise in Betrieb gehen.

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