Netz „nicht flexibel“

Hitzewelle treibt Strompreis am Abend in die Höhe

Wirtschaft
24.06.2026 18:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die aktuelle Hitzewelle treibt den Strompreis vor allem am Abend in die Höhe. An der Strombörse EXXA lagen die Preise für den heutigen Mittwochabend bei 60 Cent je Kilowattstunde (KWh). Wer einen dynamischen Stromtarif habe, solle besonders auf den Verbrauch achten, empfahlen die FPÖ und das Hamburger Energieunternehmen 1Komma5Grad.

Die hohen abendlichen Strompreise seien „eine direkte Folge der sommerlichen Wetterbedingungen“ und ein Symptom für „fehlende Flexibilität“ im Stromnetz, teilte das Energieunternehmen mit. Wer einen Tarif hat, der viertelstündlich schwankt, sollte derzeit zwischen 19.30 und 22 Uhr sparsam sein. Da kostet am heutigen Mittwoch die Kilowattstunde über 40 Cent, in der Spitzenviertelstunde sogar 85, wie die Seite Stromrechner.at zeigt.

Die FPÖ kritisierte, dass die Bundesregierung sogenannte dynamische Preise noch vor wenigen Monaten als „angebliches Billigstrommodell“ verkauft habe. Ausgerechnet diese Preise würden nun zur Kostenfalle. „Die politische Blockade beim Ausbau der Wasserkraft muss beendet werden, moderne Gaskraftwerke müssen rasch in den Markt gebracht werden und die Bundesregierung muss auf EU-Ebene endlich die Abschaffung der preistreibenden CO₂-Kosten einfordern“, sagte Manfred Haimbuchner, stellvertretender Landesparteiobmann in Oberösterreich.

ÖVP: „FPÖ blockiert selbst“
Die Freiheitlichen hätten genau jene Reformen selbst nicht unterstützt, die solche Preisspitzen künftig abfedern sollen, konterte die ÖVP. „Günstiger Strom aus Sonne, Wind und Wasser muss stärker bei Haushalten und Betrieben ankommen“, sagte Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. Das Energieunternehmen 1Komma5Grad gab zu bedenken, dass die Stromerzeugung durch Photovoltaik gegen Abend deutlich sinke, während der Wind fast vollständig abflaue. Zugleich steige der Stromverbrauch wegen Klimaanlagen. Das kurzfristige Hochfahren von Gaskraftwerken sei teuer und diese aufgrund des sogenannten Merit-Order-Prinzips preisbestimmend.

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