Mindestens 920 Tote

UNO: 50.000 Vermisste nach Erdbeben in Venezuela

Ausland
26.06.2026 19:58
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben in Venezuela ist die Opferzahl weiter gestiegen: Mindestens 920 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. Die Zahl der Vermissten geht hingegen in die Zehntausende ...

Mehr als 3300 Menschen seien verletzt worden, teilte der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, am Freitag mit. Nach Angaben der Vereinten Nationen werden mehr als 50.000 Menschen vermisst. „Die Suche in den Trümmern ist eine kolossale Aufgabe“, sagte der UNO-Nothilfekoordinator Tom Fletcher am Freitag in Genf.

Das verheerende Doppel-Beben hatte sich am Mittwochabend im Abstand von nur 39 Sekunden westlich der Hauptstadt Caracas ereignet. Die beiden Erdstöße hatten eine Stärke von 7,2 und 7,5, in den folgenden Stunden wurden dutzende Nachbeben registriert.

Zahlreiche Gebäude stürzten ein oder wurden schwer beschädigt. Rettungskräfte suchten unter Hochdruck nach Überlebenden. Mit bloßen Händen und Taschenlampen suchten Feuerwehrleute, Soldaten und Anrainer in den Trümmern nach Verschütteten. Vielerorts war der Strom ausgefallen.

Inzwischen traf auch Unterstützung aus dem Ausland ein. Die Verzweiflung der Menschen in dem Erdbebengebiet ist jedoch groß. Bisher galt ein Beben im Jahr 1967 mit 240 Toten als das folgenreichste in der jüngeren Geschichte des Landes. Die Regierung bestätigte die Beschädigung oder Zerstörung von 250 Gebäuden, darunter mindestens acht Krankenhäuser, Einrichtungen des Roten Kreuzes sowie die französische Botschaft.

Viele Menschen in Venezuela leben in Armenvierteln, den „Barrios“. Tausende sind nun obdachlos und schlafen auf der Straße. Dazu ist auch Pedro Perez gezwungen. „Wir haben alles verloren“, sagte der 64-Jährige mit Blick auf sein Haus und seine Polsterei-Werkstatt. „Wir hoffen, dass bald Hilfe kommt.“

Starlink sorgt für Internet
Die Vereinten Nationen (UNO) koordinieren die internationalen Rettungseinsätze. Nothilfekoordinator Fletcher betonte, es sei eine gewaltige gemeinsame Anstrengung nötig in einem Land, in dem bereits vor dem Beben acht Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen gewesen seien. Die UNO-Menschenrechtsmission forderte die Regierung in Caracas auf, Beschränkungen für soziale Medien aufzuheben, da die Erreichbarkeit eine Frage von Leben und Tod sei.

Im Zuge des Erdbebens droht eine humanitäre Katastrophe.
Im Zuge des Erdbebens droht eine humanitäre Katastrophe.(Bild: AP/Ariana Cubillos)

Wie Starlink auf der Plattform X mitteilte, stellt der Satelliten-Internetdienst von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX seinen Nutzern in Venezuela nach den beiden Erdbeben für einen Monat kostenlosen Zugang zur Verfügung. Zudem arbeite das Unternehmen daran, rasch Starlink-Terminals aufzubauen und die Internetverbindung in den am schwersten getroffenen Gebieten wiederherzustellen.

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