Das Linzer Schlossmuseum schlägt ein neues Kapitel auf: Erstmals präsentiert man kompakt im modernen Design die Ur- und Frühgeschichte des Landes ob der Enns – von der jüngeren Steinzeit bis zum römischen Kastell Lentia. Die Archäologie-Schau kann bei freiem Eintritt besucht werden!
Linz hat auch eine Venus. Die ist zwar nicht ganz so alt wie die Venus von Willendorf, aber sie zählt dennoch zu den typischen steinzeitlichen Frauenfiguren. „
Die „Venus von Ölkam“ ist knapp 7000 Jahre alt und wurde in St. Florian gefunden. Lange war sie nur Insidern bekannt, nun kann sie jeder im Schlossmuseum bestaunen – und eine identische Replik sogar angreifen.
Gold und Götter
Die Venus ist eines von klug ausgewählten Highlight-Objekten in der neuen Dauerausstellung Archäologie. Auch ein hallstattzeitlicher Goldreifen oder der römische „Torso Linz“ sind sehenswert. Außerdem ist ein Sammelsurium an römischen Götterdarstellungen – groß in Stein, klein in Metall – zu sehen.
UNESCO Welterbe-Region
Denn erzählt wird Oberösterreichs Geschichte ab der Steinzeit bis hinauf in die Römerzeit. Es geht um Pfahlbauten, Hallstatt, den Donaulimes sowie um Methoden und Hürden, wenn es darum geht, Fundstellen auszugraben und zu sichern.
Vieles ist auch zum Angreifen
Für die neue Ausstellung, die bei freiem Eintritt besucht werden kann, wurden sieben Räume unter den Arkaden im Schlossmuseum adaptiert und restauriert.
„Wir arbeiten seit sechs Jahren daran, Wege zu finden, Geschichte zeitgemäß darzustellen“, sagt Alfred Weidinger, wissenschaftlicher Chef der OÖLKG– und das ist gelungen: Es gibt Originale in Vitrinen, 3D-Objekte (Repliken, Modelle) zum Angreifen, KI-Simulationen von Pfahlbauten und viele Sitzgelegenheiten, die auch als „Entdeckerstationen“ genutzt werden können.
Region als Siedlungsraum beliebt
Der siebte Raum ist übrigens Sonderausstellungen vorbehalten. Derzeit sind die „Toten von Lambach“ Thema, es handelt sich um die Opfer des Bauernkriegs, die im Zuge des Kraftwerkbaus in Lambach entdeckt wurden. Die Schau lässt Märchen, Mythen und Vereinnahmungen des Fundes Revue passieren. Nächstes Jahr will man dagegen aktuelle Fundobjekte aus der Römerzeit zeigen.
„Wer wissen will, was Oberösterreich ausmacht, findet in dieser Ausstellung viele Antworten“, sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer beim Besuch der Schau.
Die Region sei seit Jahrtausenden „ein Ort von Innovation, Austausch und kultureller Entwicklung.“ Auch Funde aus den Pfahlbauten in Mondsee und Attersee, die zum UNESCO-Welterbe zählen, werden gezeigt; die Häuser hat man mithilfe von KI zum Leben erweckt. Im nächsten Jahr werden die Pfahlbauten auch Thema der KulturEXPO sein.
Freier Eintritt – wie im Wien Museum
Auch einzigartig: Die Dauerausstellung Archäologie kann bei freiem Eintritt besucht werden. Damit bietet Linz – nach dem Wien Museum – als zweites Museum in Österreich ein kostenloses Museumserlebnis.
Die Eröffnung findet am Sonntag, 28. Juni, ab 10 Uhr statt. Zwischen 11 und 16 Uhr gibt es Familien- und Kreativprogramme.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.