Verärgerte Anrainer im burgenländischen Neudörfl machen auf Facebook für bisweilen auftretenden Geruch ein Werk für Spanplatten verantwortlich. Das wird aber offiziell angeblich streng überwacht.
In den Postings über Gestank und Feinstaub am Wochenende fiel der Verdacht sogleich auf das ehemalige Homogen-Werk, das heute Fundermax heißt und Spanplatten herstellt. In der Vergangenheit sorgte dieses Unternehmen immer wieder für Ärger in den Siedlungen rundum. Auch weil der erlaubte Formaldehydausstoß 2024 erhöht und eine Klage dagegen vom Landesverwaltungsgericht abgewiesen wurde (die „Krone“ berichtete). Ein Lokalaugenschein vor Ort am Montag ergab keinerlei Geruchsbelastung.
Fundermax gab sich bei Nachfrage ahnungslos. Ein Sprecher meinte zur „Krone“: „Laut dem Standortleiter könnte der Geruch, der durch die Holztrocknung entsteht, stärker als an anderen Tagen gewesen sein. Wir betreiben aber eine Anlage, die bezüglich Emissionen von der Bezirkshauptmannschaft besonders streng kontrolliert wird.“ Das Formaldehyd tritt allerdings genau beim Trocknungsvorgang aus.
Bürgermeister vertraut den Messungen
Bürgermeister Dieter Posch zeigt sich abgeklärt: „In der Ortsmitte haben wir einen Luftfiltermesswagen der Landesregierung, der alle Parameter wie Windverfrachtung, Wetter oder Jahreszeit berücksichtigt und die Daten dauernd auswertet. Wir nehmen Beschwerden nicht auf die leichte Schulter. Und vergangenes Wochenende habe ich viele Leute im Ort getroffen, aber niemand hat mich auf Geruch angesprochen, das tun die normalerweise sofort.“ Fundermax werde überdies auch von vielen auch verantwortlich gemacht, wenn Saharastaub auftrete oder die Rapsblüte für Staub sorge.
Allerdings sei der Bürgermeister bereits am Freitag auf der Bezirkshauptmannschaft zu offenbar zurückliegenden Auftritten von Lösungsmittelgerüchen im Ort befragt worden. Die „Krone“ wollte sich beim Bezirkshauptmann nach den ermittelten Emissionen erkundigen, wurde aber an das Land verwiesen.
Formaldehyd in der Luft
Dort meint man, „der mögliche Verursacher könnte auch eine private Quelle sein. Der Formaldehydwert betrug 9,6 µg/m³ und liegt damit im Bereich üblicher Hintergrundkonzentrationen von bis zu 10 µg/m³ in Neudörfl.“ Die Geruchsschwelle liege bei etwa 30 µg/m³. Das bestätigt, dass offenbar doch Formaldehyd in der Luft ist. Was genau die Neudörfler nun riechen, das wurde aber offenbar noch nicht erhoben.
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