Bis 50.000 Euro Strafe

Airbnb & Co.: Wien verschärft erneut Spielregeln

Wien
22.06.2026 14:20

Wien dämmt Kurzzeitvermietungen weiter ein und will neue Regeln gegen Wohnspekulation umsetzen. Rückendeckung gibt es von der Europäischen Union.

Am 7. Juli legt die EU-Kommission den „Affordable Housing Act“ vor – ein Maßnahmenbündel gegen die europaweite Wohnungskrise. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und SPÖ-Delegationsleiter Andreas Schieder, Vorsitzender des EU-Sonderausschusses zur Wohnraumkrise, präsentierten jetzt ihre Agenda: Das Wiener Modell soll europaweit Schule machen.

220.000 Gemeindewohnungen, 200.000 geförderte Mietwohnungen – 62 Prozent der Wiener wohnen leistbar. EU-Kommissar Dan Jørgensen war selbst hier, hat sich alles angeschaut. Kein Zufall: Viele Ideen für seinen Wohnbau-Akt stammen aus Wien. „Leistbares Wohnen steht endlich ganz oben auf der europäischen Agenda“, sagte Ludwig. „Die Wohnungskrise macht nicht an Landesgrenzen Halt.“

Wien will die Kurzzeitvermietungen weiter eindämmen und verschärft die Vorgaben – auch die EU ...
Wien will die Kurzzeitvermietungen weiter eindämmen und verschärft die Vorgaben – auch die EU verschreibt sich dem.(Bild: Andreas Tröster)

Investitionen in Wohnbau abseits von Maastricht
In der EU stiegen Immobilienpreise zwischen 2013 und 2024 um 60 Prozent, Mieten um 20 Prozent. Schieder fordert 300 Milliarden Euro als europäischen Investitionsschub für Neubau und Sanierung – über EU-Töpfe und die Europäische Investitionsbank. Und: Investitionen in sozialen Wohnbau sollen nicht als Staatsschulden zählen. Die Maastricht-Kriterien – EU-Regeln, die staatliche Schulden deckeln – stehen sonst im Weg. Ludwig unterstützt diese Forderung.

Pflichtregister und Strafen: Wien macht Ernst
Der konkreteste Schritt: Wien plant ein verpflichtendes Register für Wohnungen für Kurzzeitvermietungen auf Plattformen wie Airbnb oder Booking. Jede Wohnung und Inserat braucht eine Registrierungsnummer – ohne Nummer kein Angebot. Plattformen müssen falsche Angaben löschen. Wer dagegen verstößt, riskiert bis zu 50.000 Euro Strafe.

Ganze Häuser sollen nicht mehr in Beherbergungsbetriebe umgewidmet werden: 80 Prozent der Nutzfläche müssen Wohnzwecken vorbehalten bleiben. „Wir sehen Investoren, die ganze Häuser aus dem Wohnungsmarkt herausnehmen“, warnte Ludwig. „Das wollen wir vermeiden.“ Die Einigung mit dem Koalitionspartner soll noch diese Woche kommen, danach geht es durch Ausschuss und Gemeinderat. Noch heuer sollen diese Verschärfungen dann gelten.

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