Sieben große Unternehmen bestimmen 35 Prozent des US-Index S&P500 und waren über Jahre für 50 Prozent der Rendite verantwortlich. Sie treiben das Wachstum. Ohne Nvidia, Microsoft, Apple und Co. samt KI-Fantasien sehen die Zahlen an der Wall Street ganz anders aus. Der Börsengang von SpaceX bringt noch mehr Brisanz in die Diskussion.
Was wäre der amerikanische Kapitalmarkt ohne die riesige Tech-Industrie? Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die enorme Abhängigkeit der Wall Street von den „Magnificent 7“ Nvidia, Microsoft, Apple, Tesla, Meta, Amazon, Alphabet und Nvidia. Sie stehen für 35 Prozent der Marktkapitalisierung des S&P 500, der die 500 größten Unternehmen umfasst.
Sieben Unternehmen machen 35 Prozent aus
„2023 lag der Anteil noch bei 20 Prozent“, weiß Börsenexpertin Monika Rosen. Heuer wird das Gewinnwachstum bei 20 bis 25 Prozent erwartet, die restlichen 493 Aktien weisen im Schnitt 12 bis 16 Prozent vor, fast die Hälfte. Zum Vergleich: In Europa beträgt das Gewinnwachstum 10 Prozent.
Auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis, das anzeigt, wie „günstig“ Aktien sind, ist bei den „großen sieben“ deutlich höher. Musks neuestes Börsenunternehmen SpaceX ist übrigens bisher nicht im S&P 500, anders als der Tech-Index Nasdaq-100 lockerte der Index nicht seine Kriterien.
„Die Euphorie der Anleger ist nicht ohne fundamentalen Hintergrund“, betont Rosen. In der KI stecken große Hoffnungen, was auch den Börsengang von Elon Musks SpaceX beflügelte. Das Unternehmen überholte sogar Amazon binnen kurzer Zeit beim Marktwert. Doch die Bewertung beträgt mehr als das 100(!)-fache des jährlichen Umsatzes von 18 Milliarden Dollar.
Große Tech-Konzerne treiben die Rallye an. Aber damit ist auch Risiko verbunden.

Monika Rosen
Bild: primephoto.wien
Auch der große Unterschied zu Europa schmilzt, wenn man die USA herausrechnet. Hier liegt der Tech-Anteil bei rund 10 Prozent, deutlich geringer als über dem großen Teich. Der S&P500 legte in den vergangenen fünf Jahren um 12 bis 13 Prozent pro Jahr zu, der europäische Stoxx 600 um 9 bis 10 Prozent. Ohne Tech-Aktien wäre der Kurszuwachs in den USA ähnlich wie in Europa gewesen. Dieses Jahr performen die US-Aktien der großen sieben schlechter, seit Jahresbeginn sind nur drei im Plus.
Kommt durch die bevorstehenden Börsengänge der KI-Riesen OpenAI und Anthropic noch mehr Dynamik in den Markt? Dass alles in den Himmel wächst, glaubt Rosen nicht. „Das wäre derselbe Trugschluss, den es bereits vor früheren starken Marktkorrekturen gab“, so die Expertin. Ein Dämpfer ist wieder möglich, wie schon 2022, als die Tech-Aktien deutlich schwächer als der Markt abschnitten und regelrecht abstürzten.
Parallele zum Großwerden des Internets
Es gibt ein „Klumpenrisiko“ im Markt. Sollte bei den wenigen großen Konzernen Unruhe entstehen, hätte das gleich weitreichende Folgen. Rosen fasst zusammen und zieht eine Parallele: „Die Rallye ist stark getrieben von den US-Techriesen. Da stecken auch viele Erwartungen zur künstlichen Intelligenz drinnen. Doch auch beim Großwerden des Internets waren die anfänglichen Gewinner oft nicht jene, die am Ende als Gewinner da standen.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.