Bereits seit mehr als 20 Jahren umkreist das Weltraumteleskop „Swift“ die Erde und liefert der Wissenschaft Daten zu sogenannten Gammablitzen. Da seine Umlaufbahn stetig absinkt, droht es in Kürze abzustürzen und in der Erdatmosphäre zu verglühen. Doch die NASA will es nun mit einem kühnen Plan retten …
Seit dem Jahr 2004 kreist „Swift“ um die Erde. Das Weltraumteleskop sollte eigentlich nur zwei Jahre lang Gammablitze finden und untersuchen, ist aber bis heute in Betrieb. Da „Swift“ aber im Erdorbit fliegt, sinkt das Observatoium immer weiter ab. Um das Absinken zu stoppen, hat die US-Weltraumagentur einen Auftrag an die Firma Katalyst Space Technologies vergeben. Deren Roboter-Raumschiff „Link“ wird noch im Juni ins All gebracht, wo es das Teleskop anschieben soll.
„Swift“ droht Ende des Jahres zu verglühen
Seit 2004 leistet „Swift“, das 2018 offiziell in „Neil Gehrels Swift Observatory“ umbenannt wurde, wertvolle wissenschaftliche Arbeit und sucht im All nach Anzeichen von Gammastrahlenausbrüchen – den stärksten Explosionen im Universum. Nun stürzt es auf die Erde zu und würde etwa Ende des Jahres in deren Atmosphäre verglühen.
Um das zu verhindern wagt die NASA nun eine gewagte Rettungsmission, wie sie in dieser Art bis dato noch nie im Weltraum versucht wurde: die „Swift Boost“-Mission. Diese sieht vor, dass ein noch nicht erprobtes Raumfahrzeug des im US-Bundesstaates Arizona beheimateten Unternehmens Katalyst Space Technologies sich mit dem Observatorium „Swift“ trifft und an ihm andockt – etwas, wofür das Observatorium nie ausgelegt war –, bevor es auf die Erde stürzt.
Klappt alles wie geplant, dann wird der Raumschlepper „Link“ das Teleskop „Swift“ in eine höhere Umlaufbahn bringen – eine, die die Mission des NASA-Observatoiums um Jahre verlängern würde. Der Start ist offiziell für den 27. Juni angesetzt, wobei „Link“ mit der allerletzten Pegasus-XL-Rakete starten wird – einem von Northrop Grumman gebauten, aus der Luft startenden Trägerraketenmodul.
Raumschlepper soll Teleskop retten
Erst im September 2025 beauftragte die NASA Katalyst mit dem Bau eines Raumfahrzeugs, das „Swift“ mit einem Budget von 30 Millionen Dollar wieder in einen höheren Orbit befördern soll. Das ist nun knapp zehn Monate her. „In den vergangenen Monaten haben wir es von einem weißen Blatt Papier zu einem Raumfahrzeug geschafft, das auf einer Rakete in einem Flugzeug montiert ist und bereit ist, zum Start gebracht zu werden“, berichtete Kieran Wilson, der leitende Entwickler von „Link“ bei Katalyst Space, vergangenen Woche.
„Das ist ein absolut beispielloser Zeitplan für dieses Programm.“ Doch genau dieser – wenn man so will – „rasante“ Zeitplan ist unerlässlich, wenn die NASA „Swift“ noch retten will. Am 27. Juni soll der 425 Kilogramm schwere Raumschlepper „Link“ in eine erste Testumlaufbahn gebracht werden und dort eine Reihe von Tests durchführen. Damit will man sicherzustellen, dass alle seine grundlegenden Systeme (Haupt- und Manövriertriebwerke, die Solarpaneele sowie seine Roboterarme) ordnungsgemäß funktionieren.
Danach werde mit Manövern beginnen, „um uns ,Swift‘ zu nähern“, sagte Wilson von Katalyst Space. Sobald „Link“ die Umlaufbahn von „Swift“ erreicht hat, werde es eine Reihe von Annäherungsmanövern durchführen, andocken und das Weltraumobservatorium dann über einen Zeitraum von mehreren Monaten in seine ursprüngliche Umlaufbahn bringen.
Verläuft alles nach Plan, dann könnte „Swift“ – das im Februar von der NASA in einen Energiesparmodus versetzt wurde – bereits im Herbst dieses Jahres wieder seine wissenschaftlichen Aufgaben aufnehmen, heißt es. Klappt das Anheben in einen höheren Orbit, dann kann das Observatorium noch weitere fünf oder mehr Jahre im Weltraum aktiv sein.
Das Raumfahrzeug „Link“ wird sich nach erfolgreicher Mission abkoppeln und gezielt aus der Umlaufbahn gebracht werden. Er soll dann absichtlich in die Erdatmosphäre manöviriert werden und in dieser verglühen.
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