Trauerndes Tier

Delfin-Mama trägt totes Kalb tagelang durchs Meer

Wissen
27.07.2026 11:56

Es sind herzzerreißende Szene, die ein australischer Forscher mithilfe einer Drohne gefilmt hat: Die Aufnahmen zeigen eine trauernde Delfin-Mutter, die ihren toten Nachwuchs sechs Tage lang auf ihrem Rücken durchs Meer trug.

Die Aufnahmen von Rodney Peterson, dem Direktor von Geographe Marine Research, einer NGO, die sich in Leschenault, im australischen Bundesstaat West Australia, mit der Erforschung und dem Schutz von Meerestieren wie Delfinen befasst, zeigen, wie Delfin-Dame „Fraggle“ ihr verendetes Kalb im Indischen Ozean auf dem Rücken durch das Wasser trägt.

Laut Peterson hat „Fraggle“ – benannt nach der Muppet-Figur „Fraggle Rock“ – ihr Kalb im Winter zur Welt gebracht. Ein eher ungünstiger Zeitpunkt, der häufig dazu führe, dass junge Delfine nur geringe Überlebenschancen hätten, berichtet der 53-jährige Forscher.

Delfin-Mama „Fraggle“ trug ihr totes Baby tagelang auf dem Rücken durchs Meer.
Delfin-Mama „Fraggle“ trug ihr totes Baby tagelang auf dem Rücken durchs Meer.(Bild: kameraOne (Screenshot))

Ganze Gruppe steht Delfin-Mama bei
Die Drohnenaufnahmen zeigen auch den Moment, an dem die gesamte Gruppe von 14 Delfinen, an der Seite von „Fraggle“ schwamm, um der Delfin-Mama in ihrer Trauer beizustehen. „Delfine sind sehr gefühlvolle Wesen, und sie lieben ihre Jungen. Wenn eine Delfinmutter ihr Kalb verliert, ist sie meist genauso traurig wie ,Fraggle‘“, sagt Peterson.

„Mütter behalten ihre toten Kälber häufig länger Zeit bei sich – sie betrachten sie wirklich als kleine Babys. Und aufgrund des großen Kummers können sie eine ganze Woche lang keine Nahrung zu sich nehmen“, erläutert Peterson. 

Aufgrund der kalten Jahreszeit wird seitens der Forscher vermutet, dass das junge Kalb an Atemwegsproblemen gestorben ist. Die genaue Ursache des Todes werden Peterson und sein Forscherteam erst nach der Untersuchung des toten Jungtieres bestimmen können.

„Fraggle“ habe bereits vier Kälber verloren, weiß Peterson. „Sie hatte also wirklich Pech – ihr letztes verlor sie im März 2025 –, und im Winter ein Kalb zur Welt zu bringen, ist keine gute Idee.“ Man habe gewusst, dass die Delfin-Dame trächtig war und sie deshalb im Auge behalten. „Aber da wir wussten, dass die Überlebenschancen gering waren, geben wir den Kälbern normalerweise erst nach einer Weile einen Namen, wenn wir sicher sind, dass sie überleben werden.

Selbst er sei überrascht gewesen, als er sah, wie die gesamte Herde ihre der Delfin-Mama Ehrerbietung erwies, so Peterson. „So etwas habe ich bislang noch nie gesehen – es war herzerwärmend. Ich hatte Gänsehaut, als ich das beobachtete, es war unglaublich, das selbst zu erleben“, sagt der Forscher.

Vergleichbares Verhalten auch bei Walen
Delfine sind hochintelligente Tiere und es ist bekannt, dass sie nach dem Tod eines Jungtieres eine Weile an dessen Seite bleiben. Sie sind aber nicht die einzigen Meeretiere, die oft tagelang um ihren toten Nachwuchs trauern. Ein vergleichbares Verhalten wurde auch schon bei verschiedenen Walarten beobachtet.

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