Mithilfe des „James-Webb“-Weltraumteleskops haben Astronomen die am weitesten entfernte derzeit bekannte Galaxie entdeckt. „Sie sieht ganz anders aus, als wir vorhergesagt hatten“, berichten die Forscher.
Die Entdeckung basiert auf Daten, die das „James Webb Space Telescope“ (JWST) im April 2025 gesammelt und zur Erde gefunkt hat. Die Galaxie mit dem wissenschaftlichen Namen MoM-z14 existierte bereits 280 Millionen Jahre nach dem Urknall. Sie biete einen Blick in die sogenannte kosmische Morgendämmerung, eine Ära, in der sich die ersten Sterne und Galaxien bildeten.
Das Licht der nun entdeckten Urzeit-Galaxie war etwa 13,5 Milliarden Jahre unterwegs, um die Erde zu erreichen. Was die Forscher überraschte, ist der Umstand, dass Mom-z14 leuchtstärker, relativ massearm, aber deutlich stickstoffreicher ist, als erwartet.
Was die bestehenden Theorien über die Geschwindigkeit der Stern- und Galaxienbildung in Frage stelle, berichten die Wissenschaftler. Besonders überraschend haben sie die hohen Stickstoffwerte, die darauf hindeuten würden, dass massive Sterne schneller entstanden sind als man bis dato angenommen hat.
„Kluft zwischen Theorie und Beobachtung“
Die Urzeit-Galaxie scheint zudem ihre Umgebung von urzeitlichem Wasserstoffgas befreit zu haben – eine unerwartete Entdeckung, berichten die Forscher, da das frühe Universum mit neutralem Wasserstoff gefüllt war. „Es gibt eine wachsende Kluft zwischen Theorie und Beobachtung in Bezug auf das frühe Universum, was spannende Fragen aufwirft, die es in Zukunft zu erforschen gilt“, so die Astronomen.
„Mit ,Webb‘ können wir weiter sehen als jemals zuvor, und es sieht ganz anders aus, als wir vorhergesagt hatten, was sowohl herausfordernd als auch spannend ist“, wird Rohan Naidu vom Kavli vom Institute for Astrophysics and Space Research am Massachusetts Institute of Technology (MIT) auf der Website der US-Raumfahrtbehörde NASA zitiert.
Teleskop 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt
Das auch mit österreichischer Beteiligung gebaute „James Webb Space Telescope“ (siehe Bild oben) war im Dezember 2021 nach jahrzehntelangen Vorbereitungen und einiger Verspätung ins All gebracht worden. Es befindet sich mehr als eineinhalb Millionen Kilometer von unserer Erde entfernt.
Das JWST erforscht die Frühzeit des Kosmos, nur einige Hundert Millionen Jahre nach dem Urknall vor etwa rund 13,8 Milliarden Jahren. Astronomen versprechen sich von den vom Observatorium im Weltall geschickten Daten Rückschlüsse auf die Bildung der ersten Sterne und Galaxien. Außerdem sucht das Teleskop den Himmel nach Exoplaneten ab.
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