Kein Alkohol & Fußball
Gluthitze! „Stiller Killer“ hat Europa im Griff
Die Hitze hat Europa fest im Griff – zum Wochenende erwarten uns auch in Österreich fast 40 Grad. Einige Länder ergreifen deshalb jetzt strenge Maßnahmen. In Frankreich gilt seit Sonntag ein Alkoholverbot wegen der Hitze, in Madrid wurde ein großes Public Viewing der Fußball-WM abgesagt.
Der französische Wetterdienst „Météo France“ verhängte in Frankreich zuletzt die höchste Hitze-Warnstufe Rot. In der Hauptstadt Paris werden am Montag bis zu 38 Grad erwartet. Daraufhin erließ die französische Regierung ein Verbot für Alkoholkonsum im öffentlichen Raum. Alkohol könne, kombiniert mit der Hitze, besonders schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben, erklärte die Regierung.
Jugendliche verwandeln Kanal in Swimmingpool
Das Alkoholverbot soll Rettungskräfte entlasten und gilt in 35 Departements. Anlass zu der Regelung war unter anderem das „Fête de la Musique“ (Fest der Musik), das am Sonntag stattfand. Weil sich dabei besonders viele Menschen draußen aufhielten, wollte man besonders von der Hitze betroffene Personen schützen. Speziell im Auge haben Behörden in dieser Hinsicht ein Ausgehviertel am Kanal Saint-Martin.
Aufgrund der hohen Temperaturen haben besonders Jugendliche den Kanal in ein Schwimmbecken verwandelt und springen von den Schleusen.
Madrid sagte Public-Viewing von wichtigem WM-Spiel ab
Bei Public-Viewing-Veranstaltungen geht es derzeit in vielen Städten wortwörtlich heiß her, doch in Madrid ganz besonders. Weil die Temperaturen dort gesundheitsgefährdende Ausmaße erreichen, wurde sogar ein Public Viewing zum Duell Spaniens gegen Saudi-Arabien am Sonntag abgesagt. Dieses hätte groß im Zentrum der Metropole gezeigt werden sollen. Stattdessen rief die Stadt dazu auf, das Match drinnen zu verfolgen.
Italien: „Hitze ist ein stiller Killer“
Auch in Italien erreichen die Temperaturen in vielen Orten diese Woche bis zu 40 Grad. „Hitze wird oft als stiller Killer bezeichnet, weil ihre Auswirkungen nicht sofort sichtbar sind“, sagte der Hygieniker Fabrizio Pregliasco von der Universität Mailand. Extreme Temperaturen führten jedoch zu deutlich mehr Krankenhauseinweisungen, gesundheitlichen Komplikationen und Todesfällen. Daher gilt in manchen Gebieten ab Montag die Warnstufe „Rot“. Italien war auch im vergangenen Jahr mit über 4500 hitzebedingten Todesfällen besonders stark betroffen.
Selbst die Briten müssen sich auf Rekordhitze einstellen. Der Wetterdienst Met Office warnt vor „extremer Hitze“ in Teilen von England und Wales mit bis zu 38 Grad. Damit könnte der bisherige Juni-Rekord von 35,6 Grad aus dem Jahr 1976 fallen. Zudem werden tropische Nächte erwartet, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt.
RK-Chefarzt warnt vor hohem Alkoholkonsum
In Österreich hat uns die Hitze ebenfalls im Griff. Auch Wolfgang Schreiber, Chefarzt vom Roten Kreuz, warnte in einem Gespräch mit der APA daher vor exzessivem Alkoholkonsum. Denn sowohl hohe Temperaturen als auch Alkohol führen zu vermehrtem Flüssigkeitsverlust. „Wenn man viel Alkohol trinkt, muss man viel Harn lassen.“ Durch die hohen Temperaturen schwitzt der Körper zudem – eigentlich „ein sinnvoller Kühlmechanismus für den Organismus“. Beides führe aber zu einem verstärkten Flüssigkeitsverlust und dadurch zu einem höheren Risiko der Austrocknung.
Vorsicht bei WM-Public-Viewing
Es sei also notwendig, mehr Wasser zu trinken, um das Gleichgewicht beim Flüssigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten. Das könnte besonders angesichts des bevorstehenden Fußball-WM-Spiels von Österreich gegen Argentinien wichtig sein, das viele wohl im Gastgarten verfolgen werden.










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