Große Unruhe in der UEFA-Zentrale im schweizerischen Nyon! Wie der europäische Fußballverband bereits bestätigt hat, beschäftigen ihn Zahlungen, die er zu Gianni Infantinos Zeit als UEFA-Generalsekretär an eine enge Mitarbeiterin des umstrittenen Funktionärs getätigt hatte.
Bei ihrem Ausscheiden aus der UEFA habe ihr der Verband 2011 eine sechsstellige Summe überwiesen, heißt es in einem Bericht des „Telegraph“, außerdem sei der Frau ein MBA-Studium an einer Business School finanziert worden – die Studienkosten sollen sich auf rund 52.500 Euro pro Jahr belaufen haben. Zahlungen, die die UEFA bereits bestätigte ...
Affäre am Arbeitsplatz?
Ungewöhnlich ist zudem der Karrieresprung, den die Mitarbeiterin unter Infantino gemacht hatte. So soll ihr Gehalt binnen weniger Jahre um 30 Prozent auf etwa 160.000 Schweizer Franken (ca. 170.000 Euro) gestiegen sein. Der Verband beschäftigt sich nun mit der Frage: Lief zwischen Infantino – seit 2001 mit Leena Al Ashqar - und der Mitarbeiterin mehr als eine berufliche Beziehung?
Damalige Mitarbeiter der UEFA berichteten dem „Telegraph“ jedenfalls, der damalige UEFA-Präsident Michel Platini habe Infantino zur Rede gestellt. Der Franzose soll den Generalsekretär folglich vor die Wahl gestellt haben: Entweder Infantino oder dessen Mitarbeiterin müsse den Verband verlassen. Letzteres war der Fall – allerdings nicht ohne saftige Ablöse. Das Geld dafür habe man aus UEFA-Mitteln, die eigentlich für den Breitensport vorgesehen waren, entnommen, heißt es weiter ...
Ceferin in Causa verwickelt?
In einer internen Untersuchung will die UEFA nun herausfinden, was damals vorgefallen war, wie es zu den Zahlungen gekommen ist und wer diese genehmigt hat. Außerdem soll geprüft werden, welche Rolle Aleksander Ceferin, seit 2016 UEFA-Präsident, in der Causa spielt.
Infantino wehrte sich in einer Stellungnahme der FIFA gegen die Anschuldigungen. „Jede Andeutung unangemessenen Verhaltens oder eines Verstoßes gegen Statuten oder Vorschriften ist verleumderisch“, heißt es in der Mitteilung. „Sämtliche Maßnahmen der Organisation im Zusammenhang mit Mitarbeitern, einschließlich Ausscheiden und Abfindungsregelungen, wurden stets von den zuständigen Führungskräften im Einklang mit allen geltenden Vorschriften genehmigt.“
Rücktritt gefordert
Infantino war im Jahr 2000 als Jurist zur UEFA gekommen, 2009 übernahm er das Amt des Generalsekretärs, das er bis zu seinem Wechsel zur FIFA innehatte. Nachdem der gebürtige Schweizer zuletzt versucht hatte, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen, droht die UEFA mit einem WM-Boykott, Norwegens Verband um Präsidentin Lise Klaveness fordert Infantino als erste Nation zum sofortigen Rücktritt als FIFA-Präsident auf.
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