In der achtteiligen Adaption von „Nur für Dein Leben“ (ab sofort auf Netflix) muss David („Avatar“-Star Sam Worthington) beweisen, dass er seinen Sohn nicht getötet hat. Dabei hilft ihm ausgerechnet seine Ex-Schwägerin Rachel (Emmy-Gewinnerin Britt Lower).
Böse Zungen würden wahrscheinlich behaupten: Hat man eine Harlan-Coben-Adaption gesehen, dann hat man sie alle gesehen. Mit „alle“ wären jene 14 Romane und Bestseller gemeint, die Coben gemeinsam mit Netflix auf unsere Schirme bringt. „Nur für Dein Leben“ ist das 13. und somit vorletzte Werk der Kooperation, das zur Abwechslung nicht in England spielt, sondern in der fiktiven Haftanstalt Briggs, im US-Bundesstaat Maine beginnt.
Dort verbüßt David Burroughs (Sam Worthington) bereits das fünfte Jahr seiner lebenslänglichen Haftstrafe, weil er seinen dreijährigen Sohn brutal ermordet hat. Pardon: Ermordet haben soll, denn Harlan-Coben-Fans wissen es bereits: David behauptet, er sei unschuldig.
Davon sind auch wir Zuschauer in kürzester Zeit überzeugt, spätestens, als Davids Ex-Schwägerin, die in Ungnade gefallene Spitzenjournalistin Rachel Mills (Britt Lower), mit einem Foto im Gefängnis aufkreuzt, auf dem ein Junge zu sehen ist, der die ältere Version von Davids Sohn sein könnte – inklusive eines sehr markanten Muttermals auf der Wange.
Als David hinter Gittern plötzlich um sein Leben bangen muss, bricht er kurzerhand aus und begibt sich – mithilfe der Ex-Schwägerin – auf die Suche nach seinem Sohn. Doch wenn sein Sohn noch am Leben sein sollte, wer ist dann in jener ominösen Nacht ums Leben gekommen. Und wer ist die mysteriöse Person, die hinter all dem steht und alle zwielichtigen Gestalten per Wegwerfhandy Gewehr bei Fuß stehen hat?
Ähnliches Schema, aber mit Raffinesse
Zugegebenermaßen: Cobens Bücher (und somit auch Adaptionen) folgen recht ähnlichen Schemata. Dennoch verleihen Worthington und Lower, aber auch der restliche Cast wie Chi McBride, Milo Ventimiglia, Madeleine Stowe oder Logan Browning der achtteiligen Serie eine gewisse Raffinesse – zusätzlich zur actionreichen Spannung und all den Wendungen. Ja, die bösen Zungen haben also nicht ganz unrecht, aber: Wir lassen uns von Cobens Werken am Ende doch immer wieder gerne mitreißen.
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