Als Sam (Alfred Molina) widerwillig in die abgelegene Seniorengemeinde „The Boroughs“ übersiedelt, wird schnell klar, dass Zeit ein sehr kostbares Gut ist. Das liegt aber nicht nur am hohen Alter ihrer Bewohner, sondern an einer überirdischen Gefahr.
Man fühlt sich ein bisschen wie in der „Truman Show“, wenn man Sam (Alfred Molina) auf dem Weg in sein zukünftiges Zuhause begleitet. Seine Frau hatte sich die scheinbar idyllische Seniorengemeinde inmitten der abgelegenen Wüste ausgesucht, um dort gemeinsam ihren Lebensabend zu verbringen. Doch wie hat es Wilhelm Busch einst vermeintlich so schön formuliert: Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt.
Und Sam hätte niemals gedacht, dass er hier ohne seiner Lilly („Malcom“-Mama Jane Kaczmarek) landen würde. Die stirbt nämlich noch vor der Übersiedlung, quasi in seinen Armen, und so findet sich Sam alleine und trauernd in einem neuen Zuhause wieder, in dem er gar nicht sein möchte. Wie es das Schicksal so will, bietet Blain Shaw (Seth Numrich), Geschäftsführer der Gemeinde, Sam an, aus seinem Vertrag wieder auszusteigen und der Seniorenresidenz den Rücken zu kehren.
Doch der beschließt zu bleiben und ihr sowie seinen Nachbarn Renee (Geena Davis), Judy (Alfre Woodard), Jack (Bill Pullman), Art (Clarke Peters) und Wally (Denis O‘Hare) eine Chance zu geben. Die Erkenntnis, dass es gemeinsam doch schöner ist als alleine und die „Truman Show“eske Idylle trügt, kommt rascher als gedacht – vor allem, wenn man plötzlich nicht nur gegen schwindende Zeit, sondern echte Monster kämpfen muss.
Noch lange nicht auf dem Abstellgleis
Mit „Stranger Things“ haben Matt und Ross Duffer bereits ein TV-Denkmal gesetzt. Diesmal „nur“ als Produzenten an Bord, ist ihre Handschrift – und Liebe zu Steven Spielberg – bei „The Boroughs“ schwer von der Hand zu weisen. Wenn auch die von Jeffrey Addiss und Will Matthews kreierte Serie – wie ihre Protagonisten – in einem weitaus langsameren Tempo voranschreitet, tut sie das mit umso mehr Charme, klugen, witzigen Dialogen und büßt dabei auch kein bisschen an Spannung ein.
Addiss und Matthews machen sich die Erfahrung und Weisheit ihres älteren Casts zunutze, um ihrer Geschichte emotionalen Tiefgang zu verleihen. Nur weil man alt ist, gehört man noch lange nicht aufs Abstellgleis, es kann eben auch seine Vorzüge haben. Vorzüge, die Oscarpreisträgerin Davis, Molina, Pullman, Woodard und Co. auch jenseits der 70 mühelos auszuspielen wissen – bedrohliche Monster hin oder her ...
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