„Krone“-Filmkritik

Eine wirklich gute „Nachricht“ für Rom-Com-Fans

Streaming
20.06.2026 19:00

In „Voicemails for Isabelle“ (ab sofort auf Netflix) verschickt die aufstrebende Köchin und Bäckerin Jill (Zoey Deutsh) Sprachnachrichten an ihre kleine Schwester Isabelle, doch die landen – durch eine Fügung des Schicksals – bei Immobilien Wes (Nick Robinson). Lasset die (Liebes-)Spiele beginnen!

Wem es bei den Worten Rom-Com und Netflix bereits die Haare aufstellt, ist ein gebrandmarktes Kind von der überbordenden Menge an im besten Fall mittelmäßigen Produktionen, mit denen der Streamingriese regelmäßig – und anscheinend vollkommen unreflektiert – seine Kanäle flutet. Aber wie die Liebe, verdient auch Netflix eine zweite Chance, wenn es um romantische Komödien geht. Nach der etwas seelenlosen und fehlbesetzten „Office Romance“ von Jennifer Lopez und Brett Goldstein, ist es die quirlig-charismatische Zoey Deutsh, die das Ruder in besagter Flut herumreißt. Sie, in der Rolle der Jill, und ihre Schwester Isabelle (Ciara Bravo) sind von Kinderbeinen an ein Herz und eine Seele. Selbst Isabelles Mukoviszidose, die sie quasi rund um die Uhr ans Bett fesselt, treibt nicht einmal einen Schiefer, geschweige denn einen Keil zwischen die beiden.

Herrlich-grausam und überzeichnet: Nick Offerman als Jills Chef, Patissier Bastien.
Herrlich-grausam und überzeichnet: Nick Offerman als Jills Chef, Patissier Bastien.(Bild: Netflix)

Als Jill schließlich ihrem kulinarischen Traum in San Francisco nachgeht, bleiben sie stets per Handy und Sprachnachrichten eng verbunden. Doch Isabelles unheilbare Stoffwechselerkrankung nimmt ihren unweigerlichen Lauf und hinterlässt eine am Boden zerstörte Jill. Die, um mit der unaussprechlichen Situation fertig zu werden, hinterlässt ihrer Schwester nach wie vor Nachrichten auf ihrer alten Handynummer. Die hat mittlerweile aber Immobilienmakler Wes (Nick Robinson) „geerbt“ und findet Gefallen an Jill und ihren Botschaften an Isabelle. Also tritt er eine „Dienstreise“ an, um Isabelle ausfindig zu machen.

Lustig und herzzerreißend

Die Chemie zwischen Deutsh und Robinson ist nicht von der Hand zu weisen, aber auch die karikaturartigen Nebenrollen – etwa Nick Offerman als herrlich-ungustiöser Patissier und Jills Chef, oder Lukas Gage als selbstverliebter und -überschätzter Kollege – sind eine Freude zum Anschauen. Ja, es wird schnulzig. Ja, es ist berechenbar. Aber ja, es ist auch lustig und herzzerreißend, denn am Ende soll man bei diesem Genre lachen, weinen und glücklich sein. Alles Kriterien, die „Voicemails for Isabelle“ problemlos erfüllt. So. Muss. Rom-Com.

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