Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt – so könnte zumindest die Prämisse der neuen Netflix-Rom-Com „Mein bester Freund, seine Freundin und ich“ lauten. Am bekommt zumindest jeder das, was er verdient – nur die Zuschauer gehen emotional und intellektuell leer aus.
Gleich und gleich gesellt sich bekanntlich gern. So auch im Falle von Olli (Kostja Ullmann) und Matze (David Kross). Beide von ihren anderen Mitschülerinnen und Mitschülern verschmäht, finden sie Trost und eine Freundschaft für die Ewigkeit ineinander. Die beiden sind so unzertrennlich, dass sie mit Anfang dreißig nicht nur den Arbeitsplatz in einem Maklerbüro, sondern auch immer noch eine Wohnung miteinander teilen. Der Umstand, dass sie fast jede freie Sekunde miteinander verbinden, in der die beiden es tunlichst vermeiden, sich ihrem Erwachsenen-Dasein zu stellen, hindert sie natürlich nicht daran, eine gemeinsame Weltreise zu planen, die schon bald losgehen soll. Doch die sieht Olli nun in Gefahr, nämlich seitdem Matze Zahnärztin Rebecca (Janina Uhse) kennen und lieben gelernt hat. Der Kampf um Matzes Herz und Aufmerksamkeit ist eröffnet. Und wie man weiß: Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt – sogar eine Runde Fäkalien-Quartett oder eine mutwillig in Brand gesetzte Küchenzeile.
Abgedroschene Klischees statt Satire
Die Auseinandersetzung mit toxischen Beziehungen ist aktuell allgegenwärtiger denn je. Wie man zerstörerische Beziehungsdynamiken bravourös mit (schwarzem) Humor paart, ist in „Der Gott des Gemetzels“ oder – aktuell im Kino – in „The Invite“ nachzusehen. „Mein bester Freund, seine Freundin und ich“ versucht unter dem Deckmantel einer romantischen Komödie, ebenfalls einen humorvollen Zugang zu dem Thema zu finden, biegt aber leider in ins Untergeschoss des schlechten Geschmacks ab – mit Peinlichkeit statt Lacher und abgedroschenen Klischees statt Satire. Jeder bekommt, was er verdient – nur leider gehen wir Zuschauer in diesem Fall emotional und intellektuell leer aus.
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