Wiener Forschende

KI erkennt das Alter von Organen an Gewebeproben

Wien
14.08.2026 12:14
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wiener Forschende haben ein KI-System mit Tausenden Bildern von Gewebeproben aus unterschiedlichen Organen trainiert. Die Proben stammten aus verschiedenen Lebensphasen von Menschen. Das System lernte, allein anhand des Aussehens des Gewebes auf das Alter eines Organs beziehungsweise seines Trägers zu schließen. 

Diese „KI-basierten ‘Gewebeuhren‘“, wie sie die Forscher nennen, wurden anhand feiner Merkmale darauf trainiert, zu erkennen, wie sich der Gewebeaufbau im Laufe des Lebens verändert. Tatsächlich wurde das Alter der Personen anhand der Proben ziemlich genau bestimmt. Besonders bei krankhaft verändertem Gewebe zeigte sich die KI treffsicher. Im Schnitt lag die Abweichung bei nur 4,9 Jahren.

Manche Organe altern früher
Was sich klar zeigte: Manche Organe altern offenbar früher als andere. Lunge, Niere, Bauchspeicheldrüse oder Nebenniere zeigten teils schon zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr Anzeichen einer beschleunigten Alterung. Andere Gewebearten verändern sich erst deutlich später.

Diese Unterschiede überraschten die Forscher. Weniger überraschend war, dass Alterungszeichen stark mit bestimmten Krankheiten und dem Lebensstil zusammenhängen, so die Forscher in einer im Fachblatt „Nature Medicine“ veröffentlichten Studie*.

Gewebedaten mit Blutproben verglichen
Da man gesunden Menschen nicht einfach Gewebeproben entnehmen kann, verglich das Wiener Team die Gewebedaten mit Blutproben derselben Personen. „Wir nutzen die Sprache der Gewebealterung, die wir aus Bildern gelernt haben, und übersetzen sie in etwas, das aus einer gewöhnlichen Blutprobe abgelesen werden kann“, so Co-Studienerstautorin Iva Buljan dazu.

*Unter der Leitung von André Rendeiro analysierte ein lernfähiges KI-System 25.712 Gewebeproben von 40 verschiedenen Gewebetypen aus 29 Organen, darunter Herz und Gehirn. Die Proben stammten von 983 Menschen.

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