Kunstmesse startet

Die Art Basel verteidigt ihre Vormachtstellung

Kultur
16.06.2026 16:16

Ein Flaggschiff im Härtetest: Exklusive Meisterwerke sichern der aktuellen Art Basel die Krone unter den Kunstmessen.

Die 56. Ausgabe der Art Basel dieses Wochenende findet in einem Marktumfeld statt, das von einem härteren – quasi internen – Konkurrenzkampf geprägt ist. Die Standorte der Muttergesellschaft MCH Group (Messe Schweiz) von Miami über Paris und Hongkong bis zur im Februar 2026 neu eingeführten Ausgabe in Qatar bedienen das globale Sammlerklientel bereits umfassend. Zudem verlagert sich das Geschäft: Viele Galerien informieren Sammler längst vor Messebeginn digital über ihr Portfolio, wodurch Preise erfragt und Deals direkt über das Netz abgeschlossen werden.

Geheimhaltung und Gründungsbonus
Um den Gründungsbonus zu wahren und die Einzigartigkeit des Schweizer Standorts zu unterstreichen, haben die Organisatoren die Messe zur „Flagship-Edition“ ernannt. Flankiert wird diese Strategie von dem neuen Label „Basel Exclusive“.

Hans Op de Beeck: „Cécile“, 2026, Galerie Krinzinger, angeboten um 110.000 Euro.
Hans Op de Beeck: „Cécile“, 2026, Galerie Krinzinger, angeboten um 110.000 Euro.(Bild: Christof Habres)

Dieses motiviert Aussteller, ausgewählte Arbeiten bis zur Präsentation in Basel vor Sammlern geheim zu halten. Diese Meisterwerke werden erst am Messestand sichtbar. Die Vorgaben sind strikt: „Das ging bei uns so weit, dass Hans Op de Beeck den dokumentierenden Schaffensprozess für die brandneue Skulptur „Cécile“ wieder von Instagram löschen musste“, berichtet Manfred Wipplinger von der Galerie Krinzinger, die das Werk aus dem Jahr 2026 für 110.000 Euro anbietet.

Kunst in Spitzenqualität
Abseits der Standortdiskussionen bleibt die Basler Ausgabe ein Garant für zeitgenössische Kunst in Spitzenqualität. Neben den Programmen renommierter Institutionen wie der Beyeler oder dem Kunstmuseum bietet die Messe selbst museale Exponate. Ein Rundgang verdeutlicht das Niveau: Die Galerie van de Weghe zeigt einen ergreifenden Jean-Michel Basquiat für 11 Millionen US-Dollar, während bei Yares Art aus New York eine reduzierte Arbeit von Helen Frankenthaler für 5,6 Millionen US-Dollar steht.

In der Programmschiene „Art Unlimited“ sorgt eine fast zehn Meter lange Leinwand des vor einigen Monaten verstorbenen Herbert Brandl für Aufsehen. Das Werk wird in einer Kooperation der Galerien Grässlin und Schwarzwälder für 240.000 Euro präsentiert.

Auch für kleine Budgets
Bei Hauser & Wirth verzeichnet die ikonische Arbeit „Frau mit Weinglas“ von Maria Lassnig für 1,7 Millionen Euro institutionelles Interesse. Am Stand der Galerie Kilchmann zieht ein Arrangement aus Skulptur und kleinformatigen Werken von Leiko Ikemura (Leinwände ab 75.000 Euro) die Blicke auf sich. Die Künstler hatte vor kurzem in der Albertina in Wien eine Solo-Show. Für kleinere Budgets empfehlen sich die Mixed-Media-Arbeiten der 1991 geborenen Künstlerin Monia Ben Hamouda bei der Galerie Feriani (Papierarbeiten ab 1.500 Euro, Diptychon 35.000 Euro). Welcher Standort auch die Nase vorn hat – in Basel steht die Qualität im Vordergrund.

Christof Habres

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