Schauspielerin, Tänzerin und Theatergründerin Julia Edtmeier ist zu Gast im „Kultur Kompass“ und spricht im Podcast über die Kraft des Theaters, mentale Stärke und ihre neuen Projekte.
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Sie tanzt und singt, spielt und inszeniert, schreibt Stücke und leitet ihr eigenes Theater. Julia Edtmeier gehört wohl zu den vielseitigsten Bühnenpersönlichkeiten der heimischen Theaterszene. Die gebürtige Linzerin springt dabei leichtfüßig zwischen den Genres hin und her – vom Musical ins Komödiantische, vom ernsten Fach zum romantischen Klassiker. Und die Mittdreißigerin ist damit auf vielen Bühnen zuhause – aktuell von der Volksoper Wien bis ins Bronski & Grünberg.
Feines Spiel mit der Erwartung des Publikums
Ins „Krone“-Podcast-Studio kommt Julia Edtmeier gut gelaunt und voller Energie. Ihre eigene Vielseitigkeit beschreibt sie im Gespräch als eine künstlerische Haltung: „Ich nehme mir ja nicht vor, jetzt spiele ich lustig und jetzt spiele ich dramatisch, sondern das ist alles in mir und wahrscheinlich auch in meinem Zugang zur Komik.“
Dass sie mit ihrer Wandelbarkeit mitunter Zuseher überrascht, genießt die in Wien lebende Edtmeier, die Theater als eine Form der Reibungsfläche versteht, die etwas auslösen soll bei Besuchern: „Ich liebe es, mit dieser Erwartungshaltung des Publikums zu spielen.“
Klassiker gegen den Strich gebürstet
Generell liebt Edtmeier es, Kunst jenseits aller Schubladen zu denken: „Ich mag das, wenn Grenzen da verwischt werden und man alles sein darf.“ Gerade bei der Komödie würde eine klare Trennung von ernst und lustig nicht funktionieren. Im Gegenteil: „Die Komödie ist umso lustiger, je ernster man sie nimmt. Das sind Dinge, die mich einfach interessieren, wie nah so etwas beieinander liegen kann.“
Um all diese Facetten von noch genauer und in der Praxis zu erforschen, hat Julia Edtmeier vor gut zehn Jahren mit zwei Kollegen in Wien ein Theater gegründet: das Bronski & Grünberg. Die kleine Bühne im neunten Bezirk hat sich einen Namen damit gemacht, klassische Stoffe durch neue Lesarten eine teils radikale Frischzellenkur zu verpassen – von einer „Onkel Wanja-Sitcom“ bis zu einer gegen den Strich gebürsteten „Romeo und Julia“-Version. Was die künstlerische Leiterin an ihrem Haus am schätzt? „Es ist das Menschliche und das künstlerische Verständnis, auch hier an einem Strang zu ziehen. Das lässt das Ganze bestehen.“
In der nächsten Saison ist Edtmeier auch wieder an der Volksoper aktiv, für die sie gerade ein neues Stück schreibt. „Zur heißen Zitrone“ heißt es und spielt in einer Kleingarten-Siedlung. Ein buntes Crossover-Ensemble wird sich darin mit Austropop auseinandersetzen. Gedacht ist dieser „Mikrokosmos als Spiegel der österreichischen Gesellschaft“. Selbst auf der Bühne stehen wird Edtmeier dabei nicht, sie konzentriert sich auf Buch und Regie des ungewöhnlichen Projekts.
Wie geht sich dieses ständige Springen zwischen all den Stühlen und Bühnen, Genres und Rollen aus für Edtmeier? „Mental muss man sich relativ gut unter Kontrolle haben in diesem Beruf“, lacht sie, „ich merke immer mehr, wie wichtig das ist.“
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