Der Iran-Deal, sinkende Ölpreise und die Aussicht auf eine Öffnung der Straße von Hormuz sorgen an den Börsen für Jubelstimmung. Anlegerinnen und Anleger wittern das Ende der Energiekrise. Dazu kommt der Rekord-Börsengang von SpaceX. Doch damit sind längst nicht alle Probleme vom Tisch ...
Am Sonntagabend verkündeten die USA und der Iran, dass sie sich auf ein Abkommen geeinigt haben – und an den Börsen wurde das ausgiebig gefeiert. Denn damit könnte endlich ein Ende der Energiekrise in Sicht sein, die der Krieg ausgelöst hat. Die Anlegerinnen und Anleger griffen vor lauter Euphorie so tief in die Taschen, dass der wichtigste US-Börsenindex Dow am Montag zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch stieg.
„Aus Marktsicht ist ein Abkommen eindeutig positiv“, sagt Experte Mohit Kumar von der Investmentbank Jefferies der „Financial Times“. Doch ganz so einfach ist die Situation dann leider doch nicht, denn: „Das Abkommen muss erst noch unterzeichnet werden“, mahnen die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen.
Probleme bleiben trotzdem
Und selbst wenn der Deal tatsächlich wie geplant am Freitag unterzeichnet werden sollte, heißt das nicht, dass damit alle Probleme gelöst sein werden. Der Deal schaffe zwar eine Entlastung, sei aber „kein Ende der Risiken“, analysiert Rolf Schäfer von der Landesbank Baden-Württemberg. Das Abkommen dürfte nur „dazu beitragen, das Risiko einer noch schwerwiegenderen Auswirkung auf die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte zu verringern“, dämpft auch Devisenanalyst Lee Hardman von Mitsubishi UFJ Financial Group die Euphorie.
Nach der Unterzeichnung des Deals soll die Straße von Hormuz wieder schrittweise geöffnet werden – aus wirtschaftlicher Sicht ist das extrem wichtig. Es wird allerdings Monate dauern, bis der Schiffsverkehr wieder auf Vorkriegsniveau sein wird und der angerichtete Schaden ist bereits jetzt enorm.
Anleger erleichtert
Trotzdem reagierten die Anlegerinnen und Anleger erleichtert auf die Nachricht, dass die Straße von Hormuz bald wieder sicher passierbar sein soll. Denn schon allein durch die Ankündigung des Deals wurde Rohöl so billig wie seit drei Monaten nicht mehr. An den Börsen verloren in Folge Aktien von Ölkonzernen wie Exxon oder Chevron an Wert. Dafür trieb die Hoffnung auf sinkende Kerosinpreise die Papiere von Fluggesellschaften wie United Airlines nach oben.
Raketen-Start für SpaceX
Gleichzeitig investieren Anlegerinnen und Anleger wieder mehr in risikoreiche Technologie-Aktien. Zu denen gehört auch SpaceX, das allerdings aus einem anderen Grund im Fokus steht. Das Unternehmen legte am Freitag einen Rekord-Börsengang hin und soll SpaceX-Chef Elon Musk damit zum ersten Billionär der Welt gemacht haben.
Gleich am ersten Tag schnellte die Aktie um 19 Prozent nach oben. Am Montag verteuerten sich die SpaceX-Papiere nocheinmal um nicht ganz 20 Prozent. Aktuell steht die Aktie bei 192,5 US-Dollar, der Ausgabepreis am Freitag waren 135 Dollar. Experten warnen aber bereits, dass die Aktie bald eine „Bruchlandung“ hinlegen könnte.
Auch in Österreich ...
Mit einer Kursexplosion von 36 (!) Prozent erregte auch eine österreichische Technologie-Aktie am Montag Aufsehen. Der Leiterplattenhersteller AT&S rüstet sich für den Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI). Das Unternehmen baut nach eigenen Angaben seine Produktion von KI-Substraten in einem Werk in Malaysia aus. Die Anlegerinnen und Anleger befürworten den Schritt offensichtlich.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.