Im Oktober hebt die letzte AUA-Passagiermaschine von Graz nach Wien ab. Airport-Chef Wolfgang Grimus erklärt im „Krone“-Interview, was das für Passagiere bedeutet und wie es weitergeht.
„Krone“: Die AUA stellt die Verbindung Graz-Wien ein, weil diese „hochdefizitär“ sei. Verstehen Sie die Entscheidung?
Wolfgang Grimus: Zu den wirtschaftlichen Entwicklungen der AUA kann ich nichts sagen. Tatsache ist aber, dass die Passagierzahlen auf der Strecke in den letzten Jahren rückläufig waren. Heuer gehen wir von rund 60.000 Passagieren aus, in den Spitzenjahren vor Corona waren es gut doppelt so viel. Es gibt aber weitere Gründe, etwa dass die AUA kleine Flugzeuge sukzessive ausflottet. In absehbarer Zeit betreibt sie nur mehr Flugzeuge mit 180 Sitzen und größer. Die sind für solche Regionalstrecken natürlich viel zu groß.
Wie wichtig ist diese Kurzstrecke wirklich noch für den Wirtschaftsstandort?Grundsätzlich ist sie sehr wichtig für Tourismus und Wirtschaft. Man muss aber auch sagen: 98 Prozent der Passagiere steigen in Wien um. Den Wegfall kann man insofern relativieren, weil die Lufthansa die Kapazitäten Graz-Frankfurt um 25 Prozent, Graz-München um zehn Prozent und Graz-Zürich um 40 Prozent erhöhen wird. Ich glaube, mit dieser Aufstockung können wir den Ausfall gut kompensieren.
Wer sind die typischen Wien-Flieger – und wird man diese jetzt verlieren?
Über Wien geht sehr viel Europaverkehr, vorwiegend nach Deutschland, aber etwa auch UK oder Frankreich. Aber wir sind ja dann immer noch gut an fünf große Umsteigeflughäfen angeschlossen und gehen davon aus, dass wir einen guten Teil der Wien-Passagiere im System halten werden können.
Abgesehen von Wien: Sind für den Winterflugplan weitere Einschnitte absehbar?
Fix wegfallen werden die wöchentlichen Eurowings-Flüge auf die Kanaren, da konnten wir leider keinen Ersatz finden. Ansonsten sollte das Programm aus heutiger Sicht stehen. Wobei die Branche ja sehr volatil ist. Airlines reagieren sehr schnell auf Veränderungen, wenn zum Beispiel die Kerosin-Preise weiter steigen und die Nachfrage sinkt. Ausschließen kann man nichts.
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