Rücktritt in Indien

Bildungsminister beugt sich Druck der „Kakerlaken“

Außenpolitik
25.07.2026 18:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Indiens Bildungsminister Dharmendra Pradhan (siehe Bild) hat sich am Samstag dem Druck der „Kakerlaken“-Bewegung und wochenlangen Protesten gebeugt und ist zurückgetreten. 

Unter Tausenden Anhängern der „Kakerlaken-Volkspartei“ (CJP) brach nach Bekanntwerden des Rücktritts lauter Jubel aus, wie Videos von einem seit Wochen besetzten Kundgebungsort in Neu-Delhi zeigen. „Die Demokratie hat triumphiert“, schrieb die CJP auf X. Die Proteste wurden für beendet erklärt.

Feiernde Demonstranten:

„Es ist ein Sieg des Friedens, der Geduld und der Beharrlichkeit“, schrieb der prominente indische Erziehungsreformer und Klimaaktivist Sonam Wangchuk, in den sozialen Medien. Wangchuk war aus Solidarität mit der Protestbewegung in einen Hungerstreik getreten, den er diese Woche erst nach 26 Tagen beendete.

Großer Erfolg für die „Kakerlaken“
Der Rücktritt Pradhans gilt als großer Erfolg der jungen „Kakerlaken“-Bewegung und ihrer Anhänger. Er war eine ihrer Kernforderungen. Aus ihrer Sicht sollte der Minister die politische Verantwortung für einen Skandal um bekannt gewordene Dokumente einer Hochschulzugangsprüfung übernehmen. Weil Aufgaben im Vorfeld bekannt geworden waren, mussten mehr als zwei Millionen Bewerber den Test wiederholen. Zusätzlichen Unmut lösten Fehler bei der Online-Bewertung von fast zwei Millionen Schülern aus.

Proteste eskalierten zunehmend, viele Verletzte
Die Protestbewegung, die sich immer mehr im ganzen Land ausbreitet, entwickelt sich nach Einschätzung von Beobachtern zu einer großen Herausforderung für die Regierung. Zuletzt war es bei Straßenprotesten in Neu-Delhi zu schweren Zusammenstößen der Bewegung und der Polizei gekommen. Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein. Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Verletzte. 

Die CJP wurde im Mai gegründet, nachdem ein Oberster Richter des Landes arbeitslose junge Menschen als „Kakerlaken“ bezeichnet hatte. Die CJP beschreibt sich als „satirische politische Bewegung“.

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