Das telefonische Zerwürfnis zwischen US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat die Beziehung beider Länder belastet. Der Republikaner hat seinen Ausraster mittlerweile bestätigt – und ist um Schadensbegrenzung bemüht.
Trump hat Berichte über einen hitzigen Wortwechsel mit Israels Regierungschef Netanyahu angesichts dessen Libanon-Strategie bestätigt. Gegenüber der „New York Post“ räumte er am Mittwoch ein, dass er seinen Verbündeten in einem am Montag geführten Telefonat massiv beschimpft habe. Unter anderem soll er Netanyahu an den Kopf geworfen haben: „Du bist völlig verrückt. Du wärst im Gefängnis, wenn es mich nicht gäbe.“
Auf die Frage, ob er in diesem Ton mit Netanyahu gesprochen habe, antwortete der US-Präsident in dem „New York Post“-Interview: „Ja, das habe ich.“ Er sei „ein wenig verärgert“ darüber gewesen, dass sich Netanyahu „ständig mit dem Libanon anlegt“, führte Trump aus. „Ich habe ihm gesagt: ‘Bibi, wir müssen damit aufhören.‘“
Trump: „Ich mag Bibi sehr“
Zugleich betonte Trump in dem Interview sein enges Verhältnis zu Netanyahu. Er habe „eine sehr gute Beziehung“ zu Israels Regierungschef, sagte der US-Präsident. „Wir arbeiten gut zusammen (...) Ich mag Bibi sehr.“
Dem US-Nachrichtenportal Axios und dem Sender ABC zufolge erinnerte Trump Netanyahu an seine politische Unterstützung zum Korruptionsverfahren des Israelis. Besonders soll Trump aber den Berichten zufolge aufgebracht haben, dass Israels Drohungen, Hisbollah-Ziele in Libanons Hauptstadt Beirut anzugreifen, seine diplomatischen Bemühungen gegenüber dem Iran zu gefährden drohten.
Israelische Medien haben die Darstellung des Gesprächs zurückgewiesen. Ein Vertreter des Weißen Hauses verwies die Nachrichtenagentur AFP auf Trumps Erklärungen auf seiner Onlineplattform Truth Social vom Montag, in denen er Netanyahu dafür dankte, Truppen auf dem Weg nach Beirut zurückzubeordern.
In dem Truth-Social-Beitrag hatte Trump nach dem Telefonat mit Netanyahu erklärt, er habe Israel und die Hisbollah zu einer Deeskalation bewegt. Es würden „keine (israelischen) Truppen nach Beirut entsandt, und alle Truppen, die bereits unterwegs sind, wurden bereits zurückbeordert“.
Im Zuge des Streitgesprächs erklärte der Republikaner Thomas Massie, der Trump bei vielen Themen kritisch gegenübersteht, dass Israel ein „undankbarer Sozialhilfeempfänger“ sei. Die ganze Welt würde den jüdischen Staat inzwischen hassen.
Israel: Hisbollah muss entwaffnet werden
Netanyahu erklärte am Mittwoch, dass er und Trump sich einig darüber seien, dass die vom Iran unterstützte Hisbollah entwaffnet werden müsse, um Frieden zwischen Israel und dem Libanon zu erreichen.
Die Schiitenmiliz sei „ein Stellvertreter des Iran“, sagte Netanyahu in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNBC. Sie setze „alle Bürger des Libanon mit Waffengewalt unter Druck“.
Zudem nutze die Hisbollah den Libanon „als Plattform, um Terrorraketen auf unsere Städte abzufeuern und tödliche Drohnen gegen unsere Zivilbevölkerung einzusetzen“.
Um den Libanon „zu retten“ und Frieden zwischen den beiden Nachbarländern zu erreichen, müsse der Libanon entmilitarisiert werden. „Ich weiß, dass dies ein Ziel ist, das der Präsident und ich teilen.“
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