Eskalation Israels

Trump: Netanyahu ist „verrückt und undankbar“

Außenpolitik
02.06.2026 06:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Präsident Donald Trump hat Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu am Montag in einem Telefonat beleidigt. Netanyahu sei „verrückt“ und „undankbar“, sagte er in Bezug auf die Eskalation im Libanon. Ohne ihn säße Netanyahu bereits im Gefängnis, meinte Trump.

Gegen Israels Regierungschef läuft seit sechs Jahren ein Korruptionsprozess. Netanyahu sagte, dass er Trump mitgeteilt habe, dass Israel wieder „Terrorziele“ in Beirut angreifen werde, sollte die Hisbollah ihre Attacken nicht einstellen. Parallel dazu werde Israels Armee ihren Einsatz im Südlibanon wie geplant fortsetzen. Von einer Waffenruhe war keine Rede.

Zuvor hatte Trump nämlich gesagt, dass Israel und die Hisbollah ihre gegenseitigen Angriffe stoppen würden. Es würden auch keine Truppen in die libanesische Hauptstadt Beirut entsendet werden. Der Entscheidung seien ein „sehr produktives Telefonat“ mit Netanyahu sowie ein „sehr gutes“ Gespräch mit ranghohen Vertretern der Hisbollah vorangegangen, sagte Trump. Dennoch bezeichnete er Israels Ministerpräsident als „verrückt“ und „undankbar“.

Zitat Icon

Das Telefonat mit Netanyahu war sehr produktiv, das Gespräch mit der Hisbollah sehr gut.

US-Präsident Donald Trump vermittelt zwischen den beiden Seiten.

Libanon bestätigt Waffenruhe
Die libanesische Regierung wiederum bestätigte die Waffenruhe. „Nach der vorgeschlagenen Vereinbarung werden die israelischen Angriffe auf die südlichen Vororte Beiruts eingestellt, während die Hisbollah im Gegenzug auf Angriffe gegen Israel verzichtet“, teilte das Präsidialamt mit. Die Feuerpause solle anschließend auf das gesamte Staatsgebiet ausgeweitet werden. Der Einfluss der libanesischen Regierung auf die Hisbollah-Miliz ist jedoch begrenzt, letztere gesteht ihr auch nicht zu, Verhandlungspartner in Gesprächen mit den USA oder Israel zu sein.

Offiziell gilt bereits seit Mitte April eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah, die Schiiten-Miliz lehnt aber direkte Verhandlungen mit Israel ab. Beide Seiten greifen sich seither weiter täglich an. Vor allem im Libanon kommen immer wieder Menschen ums Leben.

Die Kämpfe im Libanon sind auch ein Knackpunkt in den Gesprächen über ein dauerhaftes Friedensabkommen im Iran. Ein dauerhafter Waffenstillstand dort ist eine der Forderungen der iranischen Führung. Trump hält es für möglich, „nächste Woche“ eine Einigung zu erzielen. Manche Punkte seien noch zu klären. Der US-Präsident hatte jedoch schon mehrfach optimistische Zeitpläne bekannt gegeben, die dann schnell von der Realität eingeholt wurden.

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