Wiener der Woche

Beim Laufwunder gilt: Auf die Plätze, Helfen, Los!

Wien
07.06.2026 11:00

Die Spendenbereitschaft in Österreichs Bevölkerung ist bekannt groß. Aber was tun, wenn man als Kind etwas für den guten Zweck geben will? Einfach loslaufen – dank des „Laufwunders“ der Caritas, bei dem in Wien heuer wieder Tausende mitmachen und so nicht nur Kindern in Not helfen.

Hoch motiviert sind 436 Kinder der Wiener Volksschulen Krottenbachstraße und Neustift am Walde letzte Woche um einen Parcours hinter dem Schulhaus getigert: Runde um Runde, unermüdlich. Denn jedes einzelne Mal, bei dem die Start-Ziel-Linie überschritten wurde, gab es bares Geld – nicht für die Kinder selbst, sondern heuer für Familienberatung in Österreich und von Hunger bedrohte Kinder in der Demokratischen Republik Kongo.

Jedes Kind muss sich einen Sponsor suchen
Für die Döblinger Kinder ist das Mitmachen beim alljährlichen „Laufwunder“ der youngCaritas schon einer der fixen Höhepunkte des Schuljahres. Die Schule machte vor Jahren als eine der Ersten mit. Inzwischen, im 19. Jahr, sind es heuer bisher rekordverdächtige 13.000 Kinder aus 73 Schulen in ganz Wien und Niederösterreich, aber das diesjährige Laufwunder sammelt noch bis Oktober Kilometer, und jede Anmeldung hilft, das Wunder zu vergrößern.

Caritasdirektor Klaus Schwertner feuert die Kinder in der Krottenbachstraße an.
Caritasdirektor Klaus Schwertner feuert die Kinder in der Krottenbachstraße an.(Bild: Johannes Hloch)

210.500 Euro an Spenden wurden letztes Jahr von den Kindern erlaufen. Die Aktion bewirkt aber noch viel mehr: Das Geld für die Runden – die Beträge liegen, je nach den finanziellen Möglichkeiten und der Länge der Runden, zwischen 50 Cent und zehn Euro – kommt von Familienmitgliedern oder Erwachsenen aus der Nachbarschaft, die die Kinder selbst als Sponsoren ihres karitativen Laufs organisieren müssen.

Das Laufwunder hilft so mit jedem Schritt dreifach: Es schafft nicht nur eine Verbindung über Generationen hinweg und oft neue gute Nachbarschaften, wo vorher nur anonymes Schweigen war, sondern verankert in den Kindern schon früh die Freude an der guten Tat. Dafür sind nicht nur die Organisatoren der youngCaritas und die erwachsenen Sponsoren unsere Wiener der Woche – sondern vor allem die Kinder, die zuerst die Hürde überwinden müssen, Erwachsene um Geld zu bitten, und nach diesem Hürdenlauf noch begeistert Meter um Meter für den guten Zweck sammeln.

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